„Nein, ich würde es dir auch nicht geraten haben. Hallo, Jane!“ rief sie, als diese plötzlich in Tränen ausbrach. „Was ist denn los? Hoffentlich erlaubst du dir nicht die Freiheit, meinetwegen zu weinen.“
„Ja, Agatha,“ schluchzte Jane unwillig. „Ich weiß, ich mache mich durch mein Mitgefühl lächerlich. Aber du hast kein Herz.“
„Gewiß machst du dich lächerlich, indem du das bei jeder Gelegenheit zeigst,“ sagte Agatha und schlang ihre Arme um Jane, ohne auf deren ärgerliches Sträuben zu achten. „Aber wenn ich wirklich etwas Herz hätte, würde ich jetzt durch diesen Beweis deiner Zuneigung gerührt sein.“
„Nie habe ich gesagt, du hättest kein Herz,“ widersprach Jane. „Ich kann nur nicht leiden, wenn du wie ein Buch sprichst.“
„Du kannst nicht leiden, wenn ich wie ein Buch spreche? Meine liebe, närrische alte Jane! Ich werde dich sehr vermissen.“
„Jawohl, das wirst du,“ sagte Jane mit bitterer Ironie. „Wenigstens wird dich jetzt mein Schnarchen nicht mehr im Schlafe stören.“
„Du schnarchst ja gar nicht, Jane. Wir haben uns nur verschworen, dir das einzureden. Ist es nicht schön von mir, daß ich dir das erzähle?“
Jane war überwältigt von dieser Aufklärung. Nach einer langen Pause sagte sie in tiefer Überzeugung, „das wußte ich schon immer, daß ihr das tatet. Aber die Art, wie ihr es durchführtet! Ich erkläre hiermit feierlich, daß ich von jetzt ab niemand mehr glauben will.“
„Nun, und was denkst du über die ganze Sache?“ fragte Agatha, indem sie ihre Aufmerksamkeit Gertrude zuwandte, die sehr ernst geworden war.
„Ich denke — und ich meine es wirklich so, Agatha — daß du vollständig im Unrecht bist.“