„Über zwanzig Minuten,“ sagte Agatha verächtlich, „und es regnet doch schon!“
Ein anderes Mädchen riet, nach Hause zurückzukehren.
„Das sind dreiviertel Stunden,“ sagte Agatha. „Wir würden inzwischen ertränkt werden.“
„Es bleibt uns nichts übrig, als hier unter den Bäumen zu warten,“ sagte Miß Wilson.
„Die Zweige sind ganz kahl,“ sagte Gertrude ängstlich. „Wenn es richtig regnet, tropfen sie schlimmer als der Regen selbst.“
„Viel schlimmer,“ sagte Agatha. „Ich denke, wir gehen am besten unter die Veranda vor dem alten Landhaus. Es ist nur eine halbe Minute von hier.“
„Aber wir haben kein Recht —“ Jetzt wurde der Himmel bedrohlich dunkel. Miß Wilson unterbrach sich selbst: „Ich denke, es wird noch unbewohnt sein.“
„Natürlich,“ antwortete Agatha voller Ungeduld, fort zu kommen. „Es ist ja eine halbe Ruine.“
„Dann laßt uns in Gottes Namen hingehen,“ sagte Miß Wilson, die nicht auf die Gefahr hin, naß zu werden, an ihren Bedenken festhalten wollte.
Sie eilten weiter und kamen gleich darauf an eine grüne Anhöhe neben dem Wege. Auf ihrer Höhe stand ein zerfallenes Schweizerhaus, umgeben von einer Veranda, die auf schlanken Holzsäulen ruhte. Ein paar Ranken von verwelkten Schlinggewächsen hingen daran, und die äußersten Spitzen, die noch bebten von den Stößen des Windes, wurden jetzt still, als lauschten sie auf das Kommen des Regens. Ein Tor von rohem Holz, das sich in der Hecke befand, führte von der Landstraße in das Haus. Zu ihrem Erstaunen fand Agatha, daß das Tor nicht mehr aus den Angeln war, wie das letztemal, als es nur noch durch eine rostige Kette und ein Schloß an dem Pfosten befestigt war; man hatte es jetzt wieder eingehängt und mit neuen Haken befestigt. Aber das Wetter erlaubte keine langen Betrachtungen über diese Ausbesserungen. Sie öffnete das Tor und eilte den Hügel hinauf, gefolgt von dem Trupp der andern Mädchen. Ihr Hinaufsteigen endete in einem Rennen, denn der Regen kam plötzlich in Strömen herunter.