„Die junge Lady hat sich erkältet,“ sagte er mit respektvoller Besorgtheit.

„Glauben Sie, daß der Regen noch lange andauert?“ fragte Agatha in höflichem Tone.

Der Mann betrachtete einige Augenblicke mit wetterkundigem Blick den Himmel. Dann wandte er sich zu Agatha und antwortete demütig: „Nur der Herr weiß es, Miß. Einem gewöhnlichen Mann, wie mir, ist es nicht gegeben, das zu sagen.“

Ein Schweigen folgte jetzt, und Agatha, die verstohlen den Bewohner der Hütte beobachtete, bemerkte, daß sein Gesicht und sein Hals sauberer und weniger sonnenverbrannt waren, als man es sonst bei den gewöhnlichen Arbeitern von Lyvern fand. Seine Hände steckten in weiten Gartenhandschuhen, die mit Kohlenflecken beschmutzt waren. Gewöhnlich machten sich Lyverner Arbeiter wenig daraus, ihre Hände zu beschmutzen; sie trugen nie Handschuhe. Doch sie dachte, warum sollte nicht ein überspannter Arbeiter, der unerträglich geschwätzig war und eine Anspielung auf die Feder des Dichters machen konnte, sich mit billigen Handschuhen vergnügen. Aber dann der seidene, silberbeschlagene Schirm —

„Die junge Lady hier,“ sagte er plötzlich und streckte den Schirm vor, „sieht das Ding hier an. Ich weiß wohl, daß es nicht für den Geringsten unter den Geringen paßt, den Schirm eines Gentleman zu tragen, und ich bitte Eure Gnaden um Verzeihung. Ich hab ihn durch Zufall gekriegt, und wäre froh, wenn ein Gentleman, der einen solchen Artikel braucht, mir einen annehmbaren Preis machte.“

Während er das sagte, rannten zwei Gentlemen, die, nach ihren triefenden Kleidern zu urteilen, sogar dringend einen solchen Artikel brauchten, durch das Tor und kamen auf das Landhaus zu. Fairholme langte zuerst an und rief: „Furchtbarer Schauer!“ Dann wandte er sich schnell von den Damen ab, stellte sich an den Rand der Veranda und schüttelte den Regen von seinem Hute ab. Josephs, der hinter ihm herkam, wandt sich schaudernd vor der feuchten Berührung mit seinen eigenen Kleidern. Er machte Miß Wilson eine Verbeugung und sagte, sie sei hoffentlich nicht naß geworden.

„Das schon nicht,“ entgegnete sie. „Aber die Frage ist, wie wir von hier wieder nach Hause kommen?“

„Oh, es ist nur ein Regenschauer,“ sagte Josephs und schaute hoffnungsfroh nach dem wolkenschweren Himmel. „Es wird sich gleich aufklären.“

„Es paßt sich nicht für einen gewöhnlichen Mann, eine andere Meinung zu haben als ein Gentleman, dessen Geschäft es ist, den Himmel zu kennen, wie man wohl sagen kann,“ bemerkte hier der Mann, „sonst möchte ich meinen Schirm gegen Ihren Schlapphut verwetten, daß es vor sieben Uhr nicht aufhört zu regnen.“

„Dieser Mann wohnt hier,“ flüsterte Miß Wilson, „und ich glaube, er will uns los werden.“