„Alles, was Miß Wilson wünscht, ist eine Entschuldigung wegen der schrecklichen Sachen, die du in ihr Buch geschrieben hast,“ sagte Mrs. Wylie. „Liebe Agatha, du wirst sie doch um Entschuldigung bitten?“
„Natürlich wird sie das tun,“ sagte Henrietta.
„Es wäre auch noch schöner,“ meinte Mrs. Jansenius.
„Vielleicht tu ich es,“ sagte Agatha.
„Du bist mein einziges, liebes Kind,“ sagte Mrs. Wylie und ergriff ihre Hand.
„Und vielleicht tu ich es auch nicht.“
„Du tust es, Liebste,“ drängte Mrs. Wylie und versuchte die widerstrebende Agatha näher an sich heranzuziehen. „Um meinetwillen. Du tust deiner Mutter einen Gefallen, Agatha. Du wirst es mir doch nicht abschlagen, mein Herz?“
Agatha lachte milde über ihre Mutter, die schon seit langer Zeit solche Art zu bitten aufgegeben hatte. Dann wandte sie sich zu Henrietta und sagte: „Wie geht es deinem caro sposo? Es war häßlich, daß ich nicht Brautjungfer wurde.“
Das Rot auf Henriettas Wangen leuchtete. Mrs. Jansenius fuhr schnell dazwischen, indem sie daran erinnerte, daß Miß Wilson warte.
„Oh, sie macht sich nichts aus dem Warten,“ sagte Agatha. „Sie glaubt, ihr seid alle dabei, mir den Kopf zurecht zu setzen. Das hat sie mit euch verabredet, bevor sie das Zimmer verließ. Mama weiß, daß mir ein kleines Vögelchen alles das erzählt. Ich muß nun sagen, ihr habt mich bis jetzt durchaus nicht nachgiebig gestimmt. Da sich aber der arme Onkel John schrecklich ängstlich und unbehaglich fühlen muß, werde ich doch so gut sein, ihn aus seiner Not zu erlösen. Adieu!“ Und sie schritt gemächlich hinaus. Gleich darauf steckte sie den Kopf noch einmal in das Zimmer und sagte mit gedämpfter Stimme: „Macht euch auf etwas Entsetzliches gefaßt. Ich bin grade in der Laune, die schrecklichsten Dinge zu sagen.“ Sie verschwand wieder, und dann hörten sie ein Klopfen an der Tür nebenan.