„Wieso behaupten Sie, ich hätte die moralische Überredung aufgegeben?“

„Den Leuten die Türe weisen, ist keine moralische Überredung. Sie unverschämt nennen, ist auch keine.“

„Sie glauben also, ich müßte Ihnen geduldig zuhören, was Sie mir auch zu sagen belieben, und wie ungehörig es auch in Anbetracht Ihrer Stellung mir gegenüber sein mag?“

„Aber ich habe nichts Ungehöriges gesagt,“ sagte Agatha. Dann brach sie ungeduldig ab, lächelte wieder und sagte: „Oh, wir wollen nicht mehr streiten. Es tut mir wirklich sehr leid, und ich habe Sie und die Anstalt so gern. Und ich will auch nach den Ferien nur wiederkommen, wenn Sie es wünschen.“

„Agatha,“ sagte Miß Wilson schwankend, „diese Worte des Bedauerns kosten Ihnen so wenig, und wenn sie ihren Zweck erreicht haben, vergessen Sie sie so bald, daß mich das nicht länger befriedigt. Ich bestehe durchaus nicht gerne darauf, daß Sie die Anstalt jetzt verlassen. Aber wie Ihr Onkel Ihnen gesagt hat, Sie sind alt und verständig genug, um den Unterschied zwischen Ordnung und Unordnung zu kennen. Bisher haben Sie auf der Seite der Unordnung gestanden, die wir, wie Ihnen Mrs. Trefusis erzählen kann, früher, als Sie noch nicht da waren, kaum gekannt haben. Trotzdem will ich durch alles Vergangene einen Strich machen, wenn Sie mir versprechen, in Zukunft mehr auf sich achtzugeben, und am Ende des Schuljahres werde ich dann sehen, ob Sie weiter bleiben können.“

Agatha erhob sich strahlend vor Freude. „Liebe Miß Wilson,“ „Sie sind so gut! Natürlich verspreche ich es. Ich werde hingehen und es Mama erzählen.“

Bevor sie noch ein Wort dazu sagen konnte, hatte sie sich in einem Wirbel zur Türe bewegt und floh davon, um sich einen Augenblick später im Empfangszimmer den drei Damen vorzustellen, die sie mit launigem Lächeln schweigend anblickte.

„Nun?“ fragte Mrs. Jansenius fest.

„Nun, liebes Kind?“ fragte Mrs. Trefusis zärtlich.

Mrs. Wylie unterdrückte einen Seufzer und sah ihre Tochter flehend an.