„Ich würde vor Verzweiflung sterben, mein Schatz,“ sagte er freundlich. „Schiff ahoi! Um Gotteswillen, höre auf zu weinen, Hetty. Du zerreißt mir wahrhaftig die Seele.“
„Ahoi—i—i, Master!“ brüllte der Schiffer.
„Guten Abend, Herr,“ sagte ein Mann, der sich mit einer kurzen Peitsche in der Hand neben dem Pferde herschleppte, das die Barke zog. „Komm an!“ fügte er übelgelaunt, nach dem Pferd gewandt, hinzu.
„Ich möchte aufsteigen und mit nach Lyvern fahren,“ sagte Trefusis. „Es scheint ein wohlgenährtes Tier zu sein.“
„Besser genährt als ich,“ sagte der Mann. „Man kann aus einem unternährten Pferd nicht dieselbe Arbeit herausziehen wie aus einem unternährten Mann oder Weib. Ich bin in Gegenden in England gewesen, wo Frauen die Barken zogen. Sie sind billiger als Pferde, denn es kostet nichts, neue zu bekommen, wenn die alten verschlissen sind.“
„Warum schafft ihr sie denn nicht an?“ fragte Trefusis mit ironischem Ernst. „Der Grundsatz, Arbeitskräfte auf dem billigsten Markt zu kaufen und ihre Produkte auf dem teuersten Markt zu verkaufen, hat viel dazu beigetragen, daß England das geworden ist, was es ist.“
„Die Eisenbahngesellschaften halten Hospitäler für seinesgleichen,“ sagte der Mann mit verschmitztem Lachen und zeigte auf das Pferd, indem er ihm mit dem Ende seiner Peitsche klatschend gegen den Bauch schlug. „Wenn Sie jemals im Ernst versuchen, ein Arbeiter zu sein, dann versuchen Sie es auf vier Beinen. Sie werden finden, daß es bei weitem der Arbeit auf zwei Beinen vorzuziehen ist.“
„Dieser Mann ist einer von denen, die ich bekehrt habe,“ sagte Trefusis abseits zu Henrietta. „Er sagte mir neulich, seit ich ihn zum Denken gebracht habe, sieht er nie einen Gentleman, ohne daß er die Neigung empfindet, einen Stein gegen ihn zu erheben. Ich finde, Sozialismus wird oft von seinen minder intelligenten Anhängern und Gegnern dahin mißverstanden, als ob er nur der natürlichen Neigung, angesehene Personen mit Steinen zu bewerfen, Vorschub leiste. Jetzt werde ich dich über diese Planke tragen. Wenn du dich ruhig hältst, werden wir wohl die Barke erreichen. Andernfalls erreichen wir den Boden des Kanals.“
Er trug sie hinüber und wechselte mit dem Schiffer einige freundliche Worte. Dann nahm er Henrietta mit nach vorne und starrte in das Wasser, während sie geräuschlos an dem hügeligen Weidenland vorbeiglitten.
„Das würde eine herrliche Fahrt sein,“ sagte er, „wenn man die Frau da unten vergessen könnte, die ihrem Mann in einer stickigen Höhle, so groß wie dein Kleiderschrank, das Essen kocht, und —“