„Ist Ihr Haus ganz zerstört?“ fragte Miß Wilson. „Wo wollen Sie denn die Nacht verbringen?“
„Denken Sie nicht an mich, Madame. Hier Master Smilasch nimmt mich bis morgen auf.“
„Seine Gesundheit!“ sagte Smilasch, indem er den Krug mit seinen Lippen berührte.
„Das Dach und die südliche Wand sind ganz fortgeweht,“ fuhr der Mann fort, nachdem er einen Moment geschwiegen und über Smilaschs Worte gegrübelt hatte. „Ich zweifle, ob noch ein Stein auf dem andern steht.“
„Aber Sir John wird es für Sie wieder aufbauen. Sie sind doch einer von seinen Hirten, nicht wahr?“
„Jawohl, Miß. Aber er baut nicht. Er wird nur zu froh sein, daß es glücklich zusammengebrochen ist. Er hat es nicht gern, wenn Leute auf dem Felde wohnen. Ich hab es ihm immer und immer wieder gesagt, daß das Häuschen einfallen würde. Aber er meinte, ich könnte doch nicht verlangen, daß er für ein Haus Geld ausgäbe, das ihm keine Miete einbrächte. Sie wissen, Miß, ich bezahlte keine Miete. Ich bekam einen niedrigen Lohn, und das bißchen Hütte wurde mir dafür angerechnet, weil ich weniger erhielt als die andern Leute. Ich konnte es nicht instand setzen lassen, obgleich ich nach Kräften daran ausbesserte. Und jetzt werde ich sicher Vorwürfe bekommen, weil ich es einstürzen ließ. Ich werde in der Stadt ein halbes Zimmer bewohnen müssen und zwei oder drei Schillinge Miete die Woche bezahlen, abgesehen davon, daß ich jeden Tag drei Meilen hin und zurück zu meiner Arbeit gehen muß. Ein Gentleman wie Sir John weiß schwerlich, welchen Wert ein Penny für das arbeitende Volk hat und wie schwer diese Gutsvorschriften und dergleichen auf uns lasten.“
„Sir Johns Gesundheit!“ sagte Smilasch und berührte den Krug wie vorher. Der Mann trank unterwürfig einen Schluck, und Smilasch fuhr fort: „Das ist der glorreiche Landadel von Altengland. Gott erhalte ihn!“
„Master Smilasch spaßt nur,“ sagte der Mann entschuldigend. „Er ist einmal so.“
„Sie sollten keine Kinder auf die Welt setzen, wenn Sie so arm sind,“ sagte Miß Wilson streng. „Sehen Sie denn nicht ein, daß Sie sich dadurch nur ärmer machen, um die Sache von einem höheren Gesichtspunkt zu betrachten.“
„Hochwürden Mr. Malthus’ Gesundheit!“ bemerkte Smilasch und wiederholte seine Bewegung mit dem Kruge.