„Du bist zu Tod erfroren,“ rief er und trug sie aus Feuer. „Diese Pelzjacke ist wie eine Umhüllung von Eis. Und dein Gesicht erst!“ sagte er und küßte es. „Was ist denn geschehen? Warum sträubst du dich so?“
„Laß mich gehen,“ keuchte sie heftig. „Ich — ich hasse dich.“
„Mein armes Lieb, du bist zu kalt, um jemand zu hassen — selbst deinen Mann. Ich muß dir diese schrecklichen französischen Schuhe ausziehen. Deine Füße müssen ja vollkommen tot sein.“
Ihre Stimme und ihre Tränen tauten jetzt in der Wärme der Hütte und in der Glut seiner Zärtlichkeiten auf. „Du sollst sie nicht ausziehen.“ sagte sie und weinte vor Frost und Kummer. „Laß mich in Ruhe. Rühr mich nicht an. Ich geh fort — ich gehe wieder zurück. Ich will nicht mit dir sprechen oder meine Sachen ablegen, ich rühre hier im Hause nichts an.“
„Nein, mein Lieb,“ sagte er und setzte sie in einen geräumigen, hölzernen Armstuhl. Dann knöpfte er ihr schnell die Schuhe auf. „Du sollst auch nichts tun, was du nicht willst. Deine Füße sind wie Stein. Ja, mein Schatz, ich bin ein Lump und nicht wert, daß ich lebe. Ich weiß es.“
„Laß mich in Ruhe,“ sagte sie kläglich. „Ich will deine Aufmerksamkeiten nicht. Ich bin mit dir für immer fertig.“
„Komm, du mußt etwas von diesem abscheulichen Zeug trinken. Du mußt dich stärken, damit du deinem Mann all die unangenehmen Sachen sagen kannst, mit denen du geladen bist. Nimm wenigstens einen Schluck.“
Sie wandte ihr Gesicht ab und wollte nicht antworten. Er brachte noch einen Stuhl her und setzte sich neben sie. „Mein armes, verlorenes, verratenes Lieb —“
„Das bin ich,“ schluchzte sie. „Du meinst es gar nicht so, aber ich bin es doch.“
„Du bist auch meine Liebste und die beste von allen Frauen. Wenn du mich je geliebt hast, Hetty, tu es ein einziges Mal um meinetwillen und trinke, ehe es kalt wird.“