(Dame.) O, bitte, ich will lieber gehen.

(Napoleon trocken:) Entschuldigen Sie, Madame—bei aller Achtung vor
Ihrem Bruder, begreife ich doch nicht, was für ein Interesse ein
Offizier aus dem Stabe General Massenas an meinen Briefen haben kann.
Ich habe einige Fragen an Sie zu richten.

(Giuseppe diskret:) Kommen Sie, Herr Leutnant. (Er öffnet die Türe.)

(Leutnant.) Ich gehe, Herr General—aber lassen Sie sich warnen.
Hüten Sie sich vor der besseren Seite Ihrer Natur. (Zur Dame:) Madame,
Sie entschuldigen, ich hielt Sie für dieselbe Person, nur von
entgegengesetztem Geschlecht—und das hat mich natürlich irregeführt.

(Dame süß:) Es war doch nicht Ihre Schuld! Ich freue mich, daß Sie mir nicht länger böse sind, Herr Leutnant. (Sie reicht ihm die Hand.)

(Leutnant beugt sich galant, um die Hand zu küssen:) Oh, meine Gnädige, nicht im gering… (fährt zurück und starrt auf ihre Hand:) Sie haben die Hand Ihres Bruders und denselben Ring wie er.

(Dame freundlich:) Wir sind Zwillinge.

(Leutnant.) Das erklärt alles. (Er küßt ihre Hand:) Bitte tausendmal um Verzeihung. Um die Depeschen war mir's gar nicht so zu tun—das ist mehr Sache des Generals—aber es war der Mißbrauch meines Vertrauens, der besseren Seite meiner Natur. (Er nimmt seine Mütze, Handschuhe und Peitsche vom Tisch und sagt gehend:) Ich hoffe, Sie entschuldigen, daß ich Sie verlasse, Herr General—ich bedaure unendlich. (Er schwätzt sich aus dem Zimmer hinaus. Giuseppe folgt ihm und schließt die Tür.)

(Napoleon sieht ihnen mit heftiger Erregung nach:) Idiot!

(Dame lächelt liebenswürdig. Er geht stirnrunzelnd zwischen dem Tisch und dem Kamin auf und ab; jetzt, wo er allein mit ihr ist, ist alle seine Verlegenheit geschwunden:) Wie kann ich Ihnen für Ihren Schutz danken, Herr General?