(Napoleon wendet sich plötzlich zu ihr um:) Meine Depeschen! schnell!
(Er streckt die Hand danach aus.)

(Dame.) Herr General! (Unwillkürlich greift sie mit den Händen nach dem Fichu, als wolle sie dort etwas beschützen.)

(Napoleon.) Sie haben sie diesem Dummkopf abgeschwindelt! Sie haben sich als Mann verkleidet! Ich will meine Depeschen haben; sie sind da in den Brustfalten Ihres Kleides—unter Ihren Händen…

(Dame zieht ihre Hände rasch weg:) Oh, wie unliebenswürdig Sie mit mir sprechen! (Sie zieht ihr Taschentuch aus dem Fichu:) Sie ängstigen mich! (Sie berührt ihre Augen, als wollte sie eine Träne wegwischen.)

(Napoleon.) Ich sehe, daß Sie mich nicht kennen, Madame—oder Sie würden sich die Mühe ersparen, so zu tun, als ob Sie weinten.

(Dame tut so, als ob sie zwischen Tränen lächeln wollte:) Doch, ich kenne Sie—Sie sind der berühmte General Buonaparte. (Sie gibt dem Namen eine deutlich italienische Aussprache: Buo-na-par-te.)

(Napoleon ärgerlich, mit französischer Aussprache:) Bonaparte, Madame,
—Bonaparte!… Die Papiere, wenn's gefällig ist!

(Dame.) Aber ich versichere Ihnen—(Er reißt ihr das Taschentuch heftig aus der Hand:) Herr General! (Entrüstet.)

(Napoleon nimmt das andere Taschentuch aus seiner Brusttasche:) Sie waren so liebenswürdig, meinem Leutnant eines Ihrer Taschentücher zu leihen, als Sie ihn beraubten. (Er betrachtet die beiden Taschentücher.) Sie sind einander vollständig gleich. (Er riecht daran:) Derselbe Duft! (Er wirft beide auf den Tisch.) Ich warte auf die Depeschen! Ich werde sie Ihnen, wenn Sie mich dazu zwingen, mit ebenso wenig Umständen wegnehmen, wie dieses Taschentuch. (Das duftende Taschentuch taucht achtzig Jahre später in Victorien Sardous Drama "Dora" wieder auf.)

(Dame mit würdevollem Vorwurf:) Herr General, bedrohen Sie wehrlose
Frauen?