(Giuseppe der sich der Nähe Napoleons nicht bewußt ist:) Sehr richtig, Herr Leutnant, sehr richtig! Ihr seid jetzt in Frankreich alle wie die Wirte. Ihr müßt gegen jedermann höflich sein.

(Napoleon seine Hand auf Giuseppes Schulter legend:) Und das nimmt der
Höflichkeit ihren ganzen Wert—nicht wahr?

(Leutnant.) Ah, da ist mein Mann!—Herr General, gesetzt den Fall, daß ich Ihnen den Burschen stelle—

(Napoleon mit ironischem Ernst:) Sie werden ihn mir nicht stellen, mein Freund!

(Leutnant.) Aha! das glauben Sie—aber Sie werden schon sehen, warten Sie nur ab! Wenn ich ihn aber doch fangen und Ihnen übergeben sollte, werden Sie dann sagen: wir sind quitt!? Werden Sie dann die Geschichte von der Degradierung in Gegenwart meines Regiments fallen lassen? Nicht meinetwegen, wissen Sie!—aber kein Regiment läßt sich gerne dem Gelächter der andern Regimenter preisgeben.

(Napoleon ein kalter Schimmer von Humor huscht über sein düsteres Gesicht:) Was sollen wir mit diesem Offizier beginnen, Giuseppe, —alles, was er sagt, ist falsch.

(Giuseppe schlagfertig:) Machen Sie ihn zum General, Exzellenz; dann wird alles, was er sagt, richtig sein.

(Leutnant triumphierend:) Haha! (Er wirft sich in Ekstase auf das
Sofa, um den Witz auszukosten.)

(Napoleon lacht und nimmt Giuseppe bei einem Ohr:) In diesem Wirtshaus kommst du nicht zur Geltung, Giuseppe. (Er setzt sich und stellt Giuseppe vor sich hin, wie ein Schulmeister seinen Schüler:) Soll ich dich mit mir nehmen und einen Mann aus dir machen?

(Giuseppe schüttelt wiederholt rasch den Kopf:) Nein, ich danke Ihnen, Herr General. Mein ganzes Leben lang haben Leute versucht, aus mir einen Mann zu machen.