(Dame.) Ich möchte Ihnen etwas sagen—doch Sie würden es mißverstehen.
(Napoleon.) Braucht Sie das zu hindern?
(Dame.) Also, das ist es: ich bete einen Mann an, der sich nicht fürchtet, gemein und selbstsüchtig zu sein.
(Napoleon entrüstet:) Ich bin weder gemein noch selbstsüchtig!
(Dame.) Oh, Sie tun sich selbst unrecht. Überdies, ich meine ja nicht wirklich gemein und selbstsüchtig.
(Napoleon.) Ich danke Ihnen—ich dachte, Sie meinten es vielleicht doch!
(Dame.) Na ja, natürlich mein' ich es auch in gewissem Sinne. Aber was ich bewundere, das ist eine gewisse starke Einfachheit in Ihnen.
(Napoleon.) Das klingt schon besser.
(Dame.) Sie wollten die Briefe nicht lesen; aber Sie waren neugierig, zu wissen, was darinnen steht. Sie gingen also in den Garten und lasen sie, als niemand zusah, und kamen dann zurück und taten so, als ob Sie sie nicht gelesen hätten. Das ist wohl das gemeinste, was ich jemals einen Mann habe tun sehen; aber es erfüllte gerade Ihren Zweck, und so haben Sie sich nicht im geringsten geschämt oder gefürchtet, es zu tun.
(Napoleon kurz angebunden:) Wo haben Sie all diese niedrigen Skrupeln
aufgelesen?—(Mit verachtungsvollem Nachdruck:) Dieses "Ihr Gewissen"?
Ich habe Sie für eine Dame gehalten—eine Aristokratin. Bitte, war
Ihr Großvater vielleicht ein Krämer?