(Napoleon.) Was für eine fremde Dame?

(Giuseppe achselzuckend:) Wer kann es wissen! Sie ist eine halbe
Stunde vor Ihnen hier angekommen, in einem Mietwagen, der dem
"Goldenen Adler" in Borghetto gehört. Tatsächlich: sie ganz allein,
Exzellenz,—ohne Dienerschaft! Eine Handtasche und ein Koffer, das
war alles. Der Postillon sagte mir, daß sie im "Goldenen Adler" ein
Pferd gelassen habe, ein Chargenpferd mit militärischem Sattelschmuck.

(Napoleon.) Eine Frau mit einem Chargenpferd?—Das ist ungewöhnlich.

(Die Stimme der Dame. Die zwei letzten Buchstaben werden jetzt in herabsteigender Skala gesungen:) Giuseppe!

(Napoleon springt auf, um zu horchen:) Das ist eine interessante
Stimme.

(Giuseppe.) Oh es ist eine interessante Dame, Exzellenz. (Ruft:) Ich komme schon! ich komme schon, meine Gnädige! (Er eilt zur inneren Tür.)

(Napoleon hält ihn mit starker Hand an der Schulter fest:) Halt! Sie soll hierher kommen.

(Die Stimme ungeduldig:) Giuseppe!

(Giuseppe flehentlich:) Lassen Sie mich gehn, Exzellenz. Es ist meine Ehrenpflicht als Wirt, zu kommen, wenn man mich ruft. Ich wende mich an den Soldaten in Ihnen!

(Eines Mannes Stimme ruft draußen vor der Tür des Wirtshauses:) Ist jemand da? Hallo! Wirt! wo sind Sie? (Es wird heftig mit dem Knopf einer Peitsche auf eine Bank in der Einfahrt geschlagen. Napoleon der plötzlich wieder kommandierender Offizier wird, stößt Giuseppe fort:) Da ist er endlich! (Auf die innere Tür weisend:) Geh, kümmere dich um dein Geschäft. Die Dame ruft nach dir. (Er geht zum Kamin und steht mit dem Rücken dagegen, mit entschlossenem militärischem Gesichtsausdruck.)