Raina: Wenn Sie sich ganz ruhig verhalten wollen, während ich weg bin.

Der Flüchtling: Gewiß. [Er setzt sich auf die Ottomane, Raina geht an das Bett, holt ihren Pelzmantel und wirft ihn um. Ihm fallen die Augen zu, sie geht zur Tür, wirft einen letzten Blick nach ihm hin und sieht, daß er im Begriff ist, einzuschlafen.]

Raina [an der Tür]: Sie werden jetzt doch nicht etwa einschlafen? [Er murmelt unartikulierte Laute, sie läuft zu ihm hin und schüttelt ihn.] Hören Sie? So wachen Sie doch auf—Sie schlafen ja ein!

Der Flüchtling: Was, ich schlafe ein? O nein, nicht im geringsten—ich habe nur nachgedacht,,, es ist schon gut—ich bin ganz wach.

Raina [strenge]: Wollen Sie so gut sein, stehen zu bleiben, während ich weg bin—ja? [Er erhebt sich widerwillig]: Die ganze Zeit über, verstanden!

Der Flüchtling [unruhig wankend]: Gewiß, gewiß, Sie können sich darauf verlassen. [Raina sieht ihn ungläubig an, er lächelt matt, sie geht zögernd zur Tür, wo sie sich umwendet, und ihn fast beim Gähnen ertappt. Sie geht ab.]

Der Flüchtling [schlaftrunken]: Schlafen, schlafen, schlafen, schlafen, schla,,,—[Die Worte gehen in ein Murmeln über, er rafft sich wieder auf, im Begriff umzufallen.] Wo bin ich? Das möchte ich gerne wissen,,, ich muß wach bleiben,,, nichts hält mich aber wach außer Gefahr, bedenke das—[Nachdrücklich]: Gefahr, Gefahr, Gefahr, Gef…—[Knickt wieder zusammen, rüttelt sich abermals auf.] Wo ist Gefahr? Das muß ich ausfindig machen,,, [Er geht unsicher umher, als wenn er nach Gefahr suchte.] Was suche ich da?,,, Schlaf—Gefahr—ich weiß es nicht. [Er strauchelt gegen das Bett zu.] Ach ja, nun weiß ich's,,, alles ist in Ordnung, ich soll zu Bett gehen—aber nicht schlafen—ganz bestimmt nicht schlafen,,, wegen der Gefahr. Auch nicht niederlegen, nur niedersetzen. [Er setzt sich auf das Bett, sein Gesicht nimmt einen glücklichen Ausdruck an]: Ah,,,[Mit einem freudigen Seufzer sinkt er der Länge nach zurück, hebt mit einer letzten Anstrengung seine gestiefelten Beine ins Bett und fällt sofort in tiefen Schlaf.]

[Katharina tritt ein, Raina folgt ihr.]

Raina [auf die Ottomane blickend]: Er ist fort, hier verließ ich ihn.

Katharina: Hier? Dann muß er hinuntergeklettert sein vom-Raina [ihn erblickend]: Oh! [Sie zeigt auf ihn.]