Raina [mit Würde]: Meine Mutter und ich, wir verstehen diese
"Ansicht", wie Sie sich ausdrücken, und wenn Sie, statt mich mit
Ihrer Pistole zu bedrohen, sich einfach als Flüchtling unserer
Gastfreundschaft anvertraut hätten, Sie wären sicher gewesen wie in
Ihrem Vaterhaus.

Der Flüchtling: Ganz gewiß?

Raina [kehrt ihm angewidert den Rücken]: Oh, es ist verlorene Mühe,
Ihnen etwas begreiflich machen zu wollen!

Der Flüchtling: Bitte, seien Sie nicht böse, Sie können sich denken, wie schlimm es für mich wäre, wenn da ein Irrtum vorläge. Mein Vater ist ein sehr gastfreundlicher Mann, er hat sechs Hotels, aber ich könnte ihm nicht so weit vertrauen. Wie ist es mit Ihrem Herrn Vater?

Raina: Er ist fort, in Slivnitza, um für sein Vaterland zu kämpfen. Ich bürge für Ihre Sicherheit. Hier meine Hand darauf. Wird Sie das beruhigen? [Sie bietet ihm ihre Hand.]

Der Flüchtling [sieht seine eigene Hand zweifelhaft an]: Es ist besser, wenn Sie meine Hand nicht berühren, verehrtes Fräulein, ich muß mich erst waschen.

Raina [gerührt]: Das ist nett von Ihnen. Ich sehe, Sie sind ein
Gentleman.

Der Flüchtling [verwundert]: Wieso?

Raina: Sie dürfen nicht glauben, daß ich überrascht bin—die Bulgaren aus besseren Kreisen, Leute in unserer Stellung zum Beispiel, waschen sich auch fast täglich die Hände—aber ich schätze Ihr Zartgefühl, Sie dürfen meine Hand nehmen. [Bietet ihm abermals die Hand.]

Der Flüchtling [küßt ihr die Hand, seine Hände auf dem Rücken]: Ich danke Ihnen, mein liebenswürdiges Fräulein. Endlich fühle ich mich geborgen. Bitte, wollen Sie so gut sein und Ihre Frau Mutter von meiner Anwesenheit bald benachrichtigen; es würde sich nicht schicken, wenn ich hier länger als nötig im geheimen verweilte.