Sergius: Es ist zu spät; ich habe nur auf den Frieden gewartet, um mein Abschiedsgesuch einzureichen.

Petkoff [läßt die Tasse vor Erstaunen fallen]: Dein Abschiedsgesuch?
Katharina: Oh, Sie müssen es zurückziehen.

Sergius [mit entschiedener maßvoller Betonung, seine Arme kreuzend]:
Ich ziehe niemals zurück.

Petkoff [geärgert]: Nein, wer konnte denken, daß du dir so etwas einfallen lassen würdest!

Sergius [feurig]: Jeder, der mich kannte!—Doch genug von mir und meinen Angelegenheiten! Wie geht es Raina und wo ist sie?

Raina [tritt plötzlich um die Ecke aus dem Hause heraus und wird auf der obersten Stufe bemerkbar]: Da ist Raina! [Sie sieht reizend aus, und alle wenden sich nach ihr um. Sie trägt ein Unterkleid aus blaßgrüner Seide, das mit einem goldgestickten dünnen ekrüfarbenen Überwurf bedeckt ist. Auf dem Kopfe trägt sie eine hübsche phrygische goldverbrämte Mütze.—Sergius geht ihr mit einem Freudenruf lebhaft entgegen; sie streckt ihre Hand nach ihm aus, die er, sich ritterlich auf ein Knie niederlassend, küßt.]

Petkoff [zu Katharina, strahlend vor väterlichem Stolz]: Schön ist sie, nicht wahr? Sie erscheint immer im richtigen Augenblick.

Katharina [ungeduldig]: Ja, sie horcht deswegen, es ist eine abscheuliche Gewohnheit. [Sergius führt Raina nach vorne mit außerordentlicher Galanterie, als ob sie eine Königin wäre. Als sie an den Tisch kommen, wendet sie sich mit einer Neigung ihres Kopfes zu Sergius, er verbeugt sich und sie gehen auseinander, er zu seinem Platz und sie hinter den Stuhl ihres Vaters.]

Raina [beugt sich nieder und küßt ihren Vater]: Teurer Vater, willkommen zu Hause!

Petkoff [ihre Wangen streichelnd]: Kleiner Liebling! [Er küßt sie, sie tritt an den Stuhl heran, den Nicola für Sergius gebracht hat, und setzt sich.]