Sergius: Teuerste, alle meine Taten gehören Ihnen, Sie haben mich begeistert! Ich bin in den Krieg gezogen, wie ein Ritter zu einem Turnier zu Ehren seiner Dame.
Raina: Auch meine Gedanken haben Sie keinen Augenblick verlassen. [Sehr feierlich]: Sergius, ich glaube, wir beide haben die ideale Liebe gefunden. Wenn ich an Sie denke, dann fühle ich, daß ich niemals einer gemeinen Handlungsweise oder eines niedrigen Gedankens fähig sein könnte.
Sergius: Meine Königin, meine Heilige! [Er umarmt sie verehrungsvoll.]
Raina [seine Umarmung erwidernd]: Mein Herr und mein,,,
Sergius: Still! Lassen Sie mich Anbeter sein, Teuerste; Sie wissen ja gar nicht, wie unwert selbst der beste Mann der reinen Leidenschaft eines Mädchens ist.
Raina: Ich vertraue Ihnen und liebe Sie, Sergius, Sie werden mich nie enttäuschen. [Aus dem Hause heraus dringt Loukas Gesang; sie gehen rasch auseinander]: Ich könnte es nicht über mich bringen, jetzt gleichgültige Dinge zu sprechen, mein Herz ist zu voll. [Louka tritt aus dem Hause mit ihrem Servierbrett, geht an den Tisch und fängt an, ihn abzuräumen. Sie steht mit dem Rücken gegen das Paar]: Ich will nur meinen Hut holen, dann können wir bis zum Mittagessen ausgehen. Ist Ihnen das recht?
Sergius: Bitte, machen Sie schnell. Die Minuten des Wartens werden mir Stunden sein. [Raina läuft bis zur obersten Stufe der Stiege und wendet sich dort um, tauscht beredte Blicke mit Sergius und wirft ihm mit beiden Händen Küsse zu. Einen Augenblick sieht er ergriffen nach ihr hin, dann wendet er sich langsam ab; sein Gesicht glüht in erhabenster Begeisterung. Die Wendung ändert sein Gesichtsfeld, in dessen Winkel jetzt Loukas Schürzenzipfel auftaucht. Seine Aufmerksamkeit wird sofort gefesselt. Er sieht sie verstohlen an und beginnt, seinen Schnurrbart mutwillig zu drehen. Die linke Hand stemmt er in die Seite und geht mit einem Anflug seines großtuerischen Reiterschritts auf die andere Seite des Tisches Louka gegenüber.]
Sergius: Louka, wissen Sie, was ideale Liebe ist?
Louka [verwundert]: Nein, Herr Major.
Sergius: Eine für die Dauer sehr ermüdende Sache, Louka, und man hat hinterher das Bedürfnis, davon auszuruhen.