Louka: Ja, sehen Sie, Herr Major, da Sie sagen, daß in Ihnen gleichzeitig ein halbes Dutzend verschiedener Herren ein und aus gehen, so hätte ich wohl viel zu tun.

Sergius [entzückt]: Sie sind ebenso geistreich wie hübsch. [Versucht, sie zu küssen.]

Louka [ihm ausweichend]: Nein, ich brauche Ihre Küsse nicht, die
Herrenleute sind doch alle gleich. Sie liebäugeln mit mir hinter
Fräulein Rainas Rücken, und Fräulein Raina tut dasselbe hinter Ihrem
Rücken.

Sergius [einen Schritt zurückweichend]: Louka!!

Louka: Das beweist, wie wenig euch eigentlich aneinander liegt.

Sergius [seine Freundlichkeit aufgebend, mit eisiger Höflichkeit]: Wenn unser Gespräch fortgesetzt werden soll, Louka, werden Sie gut tun, zu bedenken, daß ein Edelmann das Benehmen der Dame, mit der er verlobt ist, nicht mit ihrer Kammerzofe bespricht.

Louka: Es ist schwer zu beurteilen, was ein Edelmann für richtig hält; ich dachte, da Sie versuchten, mich zu küssen, Sie hätten aufgegeben, alles gar so genau zu nehmen.

Sergius [wendet sich von ihr ab und schlägt sich auf die Stirne, während er von der Einfahrt zurück in den Garten kommt]: Teufel, Teufel!

Louka: Ha, ha, mir scheint, einer von den sechsen in Ihnen hat sehr
viel Ähnlichkeit mit mir, Herr Major, obwohl ich nur Fräulein Rainas
Zofe bin. [Sie geht zurück an den Tisch zu ihrer Arbeit, ohne weiter
Notiz von ihm zu nehmen.]

Sergius [zu sich selbst sprechend]: Welcher von den sechsen ist der richtige? das ist die große Frage, die mich quält. Der eine ist ein Held, der andere ein Narr, der dritte ein Schwindler, der vierte vielleicht sogar ein Lump. [Er hält inne und sieht flüchtig zu Louka hin, während er mit tiefer Bitterkeit hinzufügt]: Und einer wenigstens ist ein Feigling—eifersüchtig wie alle Feiglinge. [Er geht an den Tisch.] Louka!