Louka: Ja!

Sergius: Wer ist mein Nebenbuhler?

Louka: Das werden Sie aus mir nie herausbekommen, weder für Liebe noch für Geld.

Sergius: Warum nicht?

Louka: Es ist gleichgültig, warum. Überdies würden Sie erzählen, daß ich es Ihnen gesagt habe, und ich würde meine Stelle verlieren. Sergius [streckt seine rechte Hand beschwörend aus]: Nein, bei der Ehre eines—[er unterbricht sich und seine Hand fällt kraftlos herab, während er sardonisch fortfährt]: eines Menschen, der fähig ist, sich zu benehmen, wie ich mich in den letzten fünf Minuten benommen habe—wer ist es?

Louka: Ich weiß es nicht, ich habe ihn nie gesehen, ich habe nur seine Stimme durch die Tür von Fräulein Rainas Zimmer gehört.

Sergius: Tod und Teufel! wie können Sie es wagen…?

Louka [zurückweichend]: Oh, ich meine nichts Schlimmes. Was berechtigt Sie, meine Worte so aufzufassen? Die gnädige Frau weiß alles, und ich sage Ihnen bloß: wenn dieser Herr jemals wieder hierherkommen sollte, so wird ihn Fräulein Raina heiraten, ob er nun wollen wird oder nicht. Ich kenne den Unterschied zwischen der Art, wie Sie und das gnädige Fräulein sich miteinander gehaben, und der richtigen Art. [Sergius fährt zusammen, als wenn sie ihn gestochen hätte. Dann runzelt er die Stirne, geht finster auf sie zu und erfaßt ihre Arme oberhalb der Ellbogen mit beiden Händen.]

Sergius: Jetzt passen Sie einmal auf!

Louka [zusammenzuckend]: Nicht so fest, Sie tun mir weh!