Bluntschli [zu Sergius, ihm ein Papier reichend]: Das ist der letzte
Befehl.
Petkoff [aufspringend]: Was—schon fertig?
Bluntschli: Fertig!
Petkoff [geht zu Sergius, sieht neugierig über seine linke Schulter zu, wie er unterzeichnet, und sagt mit kindischem Neide]: Soll ich denn gar nichts unterzeichnen?
Bluntschli: Es ist nicht nötig, seine Unterschrift wird genügen.
Petkoff: Nun gut, ich denke, wir haben ein verflucht anständiges Stück Arbeit vollbracht. [Er entfernt sich vom Arbeitstisch]: Kann ich sonst noch etwas tun?
Bluntschli: Gut wäre es, wenn Sie beide die Kerle ansehen würden, die diese Befehle zu überbringen haben. [Zu Sergius]: Schicken Sie die Leute gleich fort und zeigen Sie ihnen, daß ich auf der Marschroute die Zeit angegeben habe, in der sie ausgehändigt sein MÜSSEN. Sagen Sie ihnen auch, daß ihnen die Haut über die Ohren gezogen werden wird, wenn sie trinken und schwatzen und sich dadurch auch nur um fünf Minuten verspäten.
Sergius [erhebt sich entrüstet]: Das werde ich ausrichten! Und wenn einer von ihnen Manns genug ist, mir dafür ins Gesicht zu speien, weil ich ihn beleidigt habe, so will ich ihn loskaufen und ihm eine Pension bezahlen. [Er geht mit großen Schritten ab, in seiner Menschenwürde tief verletzt.]
Bluntschli [vertraulich zu Petkoff]: Sie passen auf, daß er mit den
Leuten richtig spricht, Herr Major, nicht wahr?
Petkoff [diensteifrig]: Gewiß, Bluntschli, gewiß, ich will mich darum kümmern. [Er geht gewichtig zur Tür, zögert aber an der Schwelle]: Apropos, Katharina, du kannst auch mitkommen. Dein Anblick wird sie weit mehr einschüchtern als der meine.