Katharina [ihre Stickerei niederlegend]: Ich glaube selbst, daß es besser sein wird; du wirst dich höchstens blamieren. [Petkoff öffnet ihr die Türe, sie geht ab und er folgt ihr.]

Bluntschli: Was für ein Volk! Sie zimmern Kanonen aus Kirschbäumen, und die Offiziere schicken nach ihren Frauen, um die Disziplin aufrechtzuerhalten. [Er fängt an, die Papiere zusammenzufalten und zu verzeichnen; Raina, die sich vom Diwan erhoben bat, geht im Zimmer auf und ab, die Hände auf dem Rücken geballt, blickt sie Bluntschli mutwillig an.]

Raina: Sie sehen jetzt viel netter aus als damals, da wir uns zuletzt getroffen haben. [Er blickt überrascht auf.]—Wie haben Sie das nur angestellt?

Bluntschli: Mich gewaschen, gebürstet, nachts gut geschlafen und gefrühstückt—weiter nichts, gnädiges Fräulein.

Raina: Sind Sie an jenem Morgen gefahrlos durchgekommen?

Bluntschli: Vollkommen, ich danke Ihnen.

Raina: Waren Ihre Vorgesetzten ungehalten darüber, daß Sie bei
Sergius' Attacke davongelaufen sind?

Bluntschli: Nein, sie waren darüber froh, weil sie alle genau dasselbe getan hatten.

Raina [geht an den Tisch und beugt sich über den Tisch zu ihm hinüber]: Es muß eine lustige Geschichte für SIE gewesen sein—all das von mir und meinem Zimmer!

Bluntschli: Ein famoses Abenteuer. Aber ich habe es nur einem einzigen Menschen erzählt, einem alten Freunde.