Sergius: Nein, aber ich sage Ihnen-Raina [ihm heftig und verachtungsvoll ins Wort fallend]: Es ist ganz überflüssig, uns noch irgend etwas zu sagen. Das genügt uns vollkommen! [Sie wendet sich von ihm ab und schwebt majestätisch zurück an das Fenster.]
Bluntschli [während Sergius aufs tiefste beleidigt und empört auf die Ottomane sinkt und abgewandt seinen Kopf zwischen die Fäuste nimmt, sehr ruhig]: Ich habe Ihnen doch gesagt, Saranoff, daß Sie den kürzeren ziehen.
Sergius: Pantherkatze!
Raina [läuft aufgeregt zu Bluntschli]: Sie hören, wie dieser Mensch mich beschimpft, Hauptmann Bluntschli.
Bluntschli: Was soll er denn anfangen, verehrtes Fräulein? Irgendwie muß er sich doch verteidigen. [Mit viel Suada:] Gehen Sie; nicht streiten! was nützt das? [Raina setzt sich schwer atmend auf die Ottomane, und nach vergeblicher Anstrengung, Bluntschli böse anzusehen, fällt sie ihrem Sinn für Humor zum Opfer und kann sich kaum des Lachens enthalten.]
Sergius: Verlobt mit Nicola! [Er erhebt sich.] Haha! [Geht nach dem Ofen—steht mit dem Rücken dagegen.] Jawohl, Bluntschli, Sie tun wirklich gut daran, diese schwindelhafte Welt ruhig aufzufassen.
Raina [schelmisch zu Bluntschli, mit unwillkürlichem Begreifen seines
Gedankenganges]: Mir scheint, Sie halten uns für zwei große Kinder.
Sergius [lacht höhnisch und grimmig]: Natürlich, natürlich Schweizer
Zivilisation bemuttert Bulgariens Barbarei, nicht wahr?
Bluntschli [errötend]: Durchaus nicht, ich versichere Ihnen, ganz gewiß nicht. Ich bin nur froh, daß Sie beide sich endlich etwas beruhigen. Na, gehen Sie, wir wollen vergnügt sein und die Sache freundschaftlich besprechen. Wo ist die andere junge Dame?
Raina: Wahrscheinlich horcht sie an der Tür.