Petkoff: Dieses Bild habe ich ja gesucht. Wie zum Teufel kam es dorthin?
Bluntschli [zu Raina, wohlgefällig]: Nun habe ich aber hoffentlich alles schön in Ordnung gebracht, verehrtes Fräulein?
Raina [in unbeherrschbarer Kränkung]: Ich stimme vollkommen mit allem überein, was Sie über sich erzählen. Sie sind ein romantischer Idiot. [Bluntschli fährt sprachlos zurück.] Das nächste Mal, hoffe ich, werden Sie den Unterschied zwischen einem Schulmädchen von siebzehn und einer Frau von dreiundzwanzig bemerken.
Bluntschli [verblüfft]: Dreiundzwanzig? [Sie reißt ihm die Photographie verachtungsvoll aus der Hand, zerreißt sie und wirft ihm die Stücke vor die Füße.]
Sergius [sehr erfreut über die Niederlage seines Nebenbuhlers]:
Bluntschli, mein letzter Glaube ist dahin,—Ihr Scharfsinn ist
Schwindel, wie alles andere—Sie sind noch dümmer als ich.
Bluntschli [überwältigt]: Dreiundzwanzig! dreiundzwanzig! [Er denkt
nach:] Hm! [Schnell einen Entschluß fassend:] In diesem Falle, Major
Petkoff, bitte ich Sie in aller Form um die Hand Ihrer verehrten
Tochter, an Stelle des zurückgetretenen Major Saranoff.
Raina: Sie wagen es?
Bluntschli: Wenn Sie dreiundzwanzig Jahre alt waren, als Sie mir heute nachmittag jene Dinge sagten, dann nehme ich sie ernst.
Katharina [stolz, höflich]: Ich zweifle sehr, mein Herr, ob Sie sich der Stellung meiner Tochter sowie der Stellung des Major Sergius Saranoff, dessen Platz Sie einzunehmen wünschen, bewußt sind. Die Petkoffs und die Saranoffs sind bekannt als die reichsten und angesehensten Familien unseres Landes. Unser Name ist beinahe historisch, wir können bis auf nahezu zwanzig Jahre zurückblicken.
Petkoff: Oh, laß das, Katharina. [Zu Bluntschli:] Ihr Antrag würde uns sehr glücklich machen, Bluntschli, wenn es sich bloß um Ihre Stellung handelte. Aber verwünscht! Sie wissen, Raina ist an eine sehr großartige Lebensführung gewöhnt. Sergius hält zwanzig Pferde.