(Frau Clandon.) War es die meine?
(McComas rasch:) Nein, selbstverständlich nicht.
(Gloria ihn aufmerksam betrachtend:) Das glauben Sie nicht wirklich,
Herr McComas.
(McComas.) Mein liebes Fräulein, Sie setzen mir sehr scharf zu, aber ich will Ihnen nur so viel sagen: Wenn ein Mann eine unpassende Ehe eingeht—dafür kann niemand, wie Sie wissen, das ist oft nur zufällige Unvereinbarkeit der Geschmacksrichtungen—wenn er durch dieses Unglück der häuslichen Liebe beraubt wird, die—wie ich glaube—der Grund ist, warum ein Mann heiratet,—wenn, kurz gesagt, seine Frau schlimmer ist als gar keine Frau—woran sie natürlich unschuldig sein kann—ist es da gar so erstaunlich, daß er die Dinge zuerst verschlimmert, indem er ihr Vorwürfe macht und dann in seiner Verzweiflung sogar gelegentlich zu viel trinkt oder anderweitig Sympathie sucht?
(Frau Clandon.) Ich habe ihm keine Vorwürfe gemacht, ich habe einfach mich und die Kinder von ihm befreit.
(McComas.) Ja. Aber Sie haben harte Bedingungen gestellt, Frau Clandon. Sie hatten ihn in Ihrer Gewalt—Sie haben ihn in die Knie gedrückt, als Sie damit drohten, die Sache zu veröffentlichen, indem Sie die Gerichte um eine gesetzliche Scheidung anriefen. Nehmen Sie an, er hätte diese Macht über Sie gehabt und dazu benützt, Ihre Kinder von Ihnen fortzunehmen und sie so zu erziehen, daß Sie bis auf Ihren Namen vergessen wären… was würden Sie dabei fühlen?… Was würden Sie tun?… Wollen Sie nicht auch seinen Gefühlen etwas Nachsicht zeigen—? aus reiner Menschlichkeit?
(Frau Clandon.) Ich habe nie Gefühle bei ihm entdeckt. Ich habe sein heftiges Temperament entdeckt und seine—(sie schaudert:) alles übrige seiner gewöhnlichen Menschlichkeit.
(McComas gedankenvoll:) Frauen können sehr hart sein, Frau Clandon.
(Dr. Valentine.) Das ist wahr!
(Gloria zornig:) Schweigen Sie! (Er fügt sich.)