(Gloria.) Und ich bin ein weiblicher Philister.

(Dr. Valentine leidenschaftlich;) Nein, nein, das kann ich nicht ertragen! Eine Illusion muß mir bleiben—die Illusion über Sie! Ich liebe Sie. (Er wendet sich zu ihr, als ob er der Lust, sie zu berühren, nicht länger widerstehen könnte. Sie erhebt sich zornig und ist auf der Hut. Er springt ungeduldig auf und tritt einen Schritt zurück.) Oh, was bin ich für ein Narr—was für ein Idiot! Sie verstehen mich nicht… Ich könnte ebensogut zu den Steinen am Strand sprechen! (Er wendet sich entmutigt ab.)

(Gloria beruhigter infolge seines Rückzuges und etwas reuig:) Es tut mir leid. Ich möchte nicht teilnahmslos sein, Herr Doktor,—aber was soll ich sagen?

(Dr. Valentine kehrt zu ihr zurück, und an die Stelle seines Sichgehenlassens tritt ein verbindlicher und ritterlicher Respekt:) Sie können nichts sagen, Fräulein Clandon. Verzeihen Sie mir. Ich allein trage alle Schuld—oder richtiger, ich habe eben Pech gehabt. Sehen Sie, es hing alles davon ab, ob Sie mich gern möchten. (Sie ist im Begriff zu sprechen, er unterbricht sie aber mit bittenden Gebärden: ) Oh, ich weiß—Sie dürfen mir nicht sagen, ob Sie mich gern mögen oder nicht; aber—

(Gloria wappnet sich sofort mit ihren Grundsätzen:) Ich darf nicht?… Warum nicht?… Ich bin ein freies Weib! Warum soll ich es Ihnen nicht sagen dürfen?

(Dr. Valentine weicht ängstlich zurück; bittend:) Nicht! Ich könnte es nicht ertragen!

(Gloria nicht länger verachtungsvoll:) Sie brauchen sich nicht zu fürchten. Ich halte Sie für sentimental und für ein wenig überspannt—aber ich habe Sie gern.

(Dr. Valentine fällt wie zermalmt in den Eisenstubl:) Dann ist alles vorüber! (Er ist ein Bild der Verzweiflung.)

(Gloria nähert sich ihm; verwirrt:) Aber warum denn?

(Dr. Valentine.) Weil gernhaben nicht genügt! Jetzt, wo ich ernstlich darüber nachdenke, weiß ich selbst nicht, ob ich Sie gern habe oder nicht.