Der Stich ist in den seltenen ersten Abdrücken sehr kräftig und schön, auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes. Auch auf Papier mit der hohen Krone kommen einzelne gute, jedoch weniger warme Abdrücke vor. Die späteren Abdrücke sind meist matt und schlecht.

Das Berliner Kupferstich-Cabinet bewahrt einen Probedruck dieses Blattes, welcher noch nicht das Täfelchen mit der Jahreszahl hat.

B. 35. Die sitzende Jungfrau, welche das Kind an sich drückt. 1513.

Die Composition dieses Blättchens, von dem man sehr schöne und warme Abdrücke trifft, könnte zu der Vermuthung führen, daß unser Meister von dem schönen Gemälde Raphaels — die Madonna del palazzo Tempi — Kenntniß gehabt habe.

Die mir durch die Hände gegangenen Abdrücke hatten ein Papier mit 13¼ und 14 Linien Entfernung der Drathstriche, wovon das letztere, der Masse nach, das Wasserzeichen der hohen Krone vermuthen ließ.

B. 36. Die Jungfrau mit dem Kinde an der Brust. 1519.

Bartsch las die Jahreszahl irrthümlich 1512, welches schon Heller berichtigt. Dieser Stich hat nur selten so kräftige und volle Abdrücke gegeben, wie viele der früheren Grabstichel-Arbeiten Dürer’s.

Die guten alten Abdrücke haben ein sehr festes Papier mit 13¼, 13¾, auch 14 Linien Abstand der Drahtstriche, letzteres anscheinend Kronenpapier.

B. 37. Die Jungfrau von einem Engel gekrönt. 1520.

Dieses, wie das folgende Blatt, gehört zu den letzten Arbeiten Dürer’s vor der Reise nach den Niederlanden und beide werden von ihm in seinem Tagebuche »die zwei neuen Marienbildt« genannt.