B. 153. Brustbild des Kaisers Maximilian mit einer Einfassung von Säulen. 1519.
Dieser schöne Holzschnitt, nach der von Dürer am Montag nach Johannis 1518 genommenen Portrait-Zeichnung — jetzt eine der Zierden der Sammlung des Erzherzogs Albrecht in Wien — ist eben so beliebt, als in den ersten ganz klaren und von jeder Beschädigung freien Abdrücken ausserordentlich selten. Bei den meisten Abdrücken ist ein Sprung der Holzplatte sichtbar, welcher, an der linken Seite Hut und Haar bis auf das Gewand durchschneidend, perpendikulär hinuntergeht, auch sind wohl kleine Wurmlöcher in den Haaren bemerkbar. Solche Exemplare findet man auf Papier mit dem Wasserzeichen des Reichsadlers, oder des Wappens von Augsburg mit einem A darunter, Nr. 50.
B. 154. Dasselbe Brustbild ohne Einfassung.
Von den Abdrücken dieses Holzschnitts, deren Kennzeichen darin besteht: daß bei der oben auf einer Bandrolle befindlichen Inschrift die Buchstaben ae des Wortes Caesar sich in dem Bauche des großen C befinden, sind mir nur zwei bekannt, der eine aus der von Nagler’schen Sammlung, jetzt in dem Königlichen Kupferstich-Cabinet in Berlin, der andere in der ehemaligen von Quandt’schen Sammlung in Dresden, gegenwärtig im Besitz des Herrn Cornill d’Orville in Frankfurt a.M.
Die gewöhnlich vorkommenden Abdrücke, bei denen das ae zusammengezogen, wie gebräuchlich dem großen C nachgesetzt ist, hält Schorn[59] für eine Nachbildung des Holzschnittes 153. — Ich kann dieser Ansicht nicht beipflichten, sondern möchte glauben, daß dieses Blatt wie das von Schorn beschriebene, Arbeiten verschiedener Xylographen nach derselben Zeichnung Dürer’s sind, von denen allerdings der des ersteren der geschicktere war. Man findet bei dem ersten das Wasserzeichen der in Dürer’s letzter Lebenszeit vorkommenden kleinen Krone mit 11½ Linien Entfernung der Drathstriche, bei dem letzteren noch recht gute Drucke auf einem nicht sehr griffigen Papier, dessen Drathstriche 12 Linien Entfernung haben. Das von Schorn beschriebene Exemplar ist durch August Künzel in Berlin auf Stein treu doch etwas zu elegant nachgezeichnet. —
B. 155. Brustbild des Ulrich Varnbühler.
Dieses vortreffliche Portrait ist nicht häufig, besonders selten aber in den alten Abdrücken, wo der scharfe Holzschnitt noch nicht die geringste Spur von Beschädigung zeigt.
Solche Abdrücke sind auf einem sehr festen Papiere mit einer Entfernung der Drathstriche von 14 auch wohl 13½ Linien. Spätere Abdrücke haben ein ziemlich dünnes Papier mit dem herzförmigen Wasserzeichen, Nr. 56, und 11½ Linien Entfernung der Drathstriche, oder Papier mit dem großen Wasserzeichen Nr. 50.
Bei diesen ist indeß schon an der linken Seite ein feiner Sprung sichtbar, welcher durch den Besatz des Kleides bis auf die Brust geht.
Der Holzstock ist späterhin nach Holland gekommen und Hendrick Hondius hat Abdrücke davon veranstaltet, welche man, ausser der (gewöhnlich abgeschnittenen) Adresse desselben, an dem Papiere mit dem Wasserzeichen eines großen geschweiften Wappens erkennt, welches eine Querabtheilung hat.