Die Abdrücke dieses Holzschnittes in Clair Obscur, mit verschiedenen Platten in grünlichem oder bräunlichem Tone gedruckt, welche von den Sammlern sehr gesucht und theuer bezahlt werden, rühren nicht von Albrecht Dürer her, sondern sind, wie solches Schorn bereits im Kunstblatt vom Jahre 1830, pag. 108 bemerkt hat, viel später veranstaltet. Auf den wenigen Exemplaren, deren Papierrand erhalten ist, findet man die Adresse des Druckers Janssen, welcher in Amsterdam um die Zeit des Hondius lebte. Sie lautet:

»Ghedruckt t’ Amsterdam by Willem Janssen in de vergulde Sonnewyser.«

Das Papier dieser Abdrücke mit einer Entfernung der Drathstriche von 15 Linien, hat ein ziemlich großes zirkelförmiges Wasserzeichen an einer Seite mit drei Zirkelschlägen über einander.

Das Papier ist nicht sehr griffig und bei den nicht retouchirten Abdrücken ist der bereits oben erwähnte Sprung des Holzstocks sichtbar, auch haben die breiten Einfassungslinien Unterbrechungen, anscheinend von Aussprüngen, namentlich in dem obern Strich eine größere und eine kleinere Lücke, in dem untern 6 Unterbrechungen, wovon 4 kleiner, 2 aber größer sind, auch die Einfassungslinie links hat oben eine Lücke.

Durch diesen Willem Janssen, welcher im Jahre 1620 einen Prospect von Amsterdam veröffentlicht hat, sind auch von den Holzschnitten des Goltzius, namentlich von B. 226[60] und 231[61], clair obscurs mit 3 Platten gedruckt, in Farbe und Druckweise den Abdrücken des Varnbühler vollkommen entsprechend.

B. 156. Brustbild Albrecht Dürer’s.

Es ist aus der letzten Lebenszeit unsers Künstlers und derselbe erscheint nicht mehr geschmückt mit den langen Locken, welche ihn in früheren Jahren und noch auf der Reise in den Niederlanden zierten.

Die ersten und zweiten Abdrücke dieses Holzschnitts sind selten.

Die Ersten haben Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes mit dem Caducaeus, Nr. 31, oder eines verzierten gothischen P, Nr. 38.