Yvonne stand im dunkeln Fenster und lächelte. Sie wußte alles und doch war sie ein junges Mädchen.
„Komm heraus, Yvonne. Nicht? Yvonne, so reich mir doch die Hand heraus. Kenavo, Yvonne!“
„Kenavo!“ flüsterte sie.
„Yvonne, mache nochmals auf!“
„Ja?“
Ich nahm die kleine silberne Kette aus der Tasche und warf sie ins Fenster. Ich hörte wie sie auffiel. Ich sagte nichts und ging.
XXVI
Einige Tage später saß ich auf dem Stein vor meinem Hause. Ich legte die Hand darauf und siehe, sie wurde immer noch weiß: das war das Salz, von all dem Spritzwasser der großen Stürme. Ich saß und sonnte mich und hatte friedliche Gedanken im Herzen. Da kam ein Mädchen über die Heide. Sie sah aus, als suche sie etwas. Sie blieb stehen, dann kam sie geradeswegs auf mich zu. Ist es —? Nein, sie hatte helles Haar.
„Du bist es, Rosseherre!“ sagte ich und stand auf. Ich war so kühl im Herzen und auch mein Blick war kühl. Der Sturm ist gekommen und hat mich in eine ferne Gegend geweht, Rosseherre, ich wohne nicht mehr hier. Poupoul dagegen gebärdete sich ganz närrisch vor Freude und sprang mit der Zunge nach Rosseherres Gesicht.
Rosseherre sagte nichts. Sie wehrte Poupoul ab und sah mich an.