„Nein, die Maschine ist kaputt!“ Yann tat laut und gleichmütig, er wollte nur sehen was wir trieben — aber ich fühlte sofort, daß Yanns Besuch einen bestimmten Zweck hatte. Er galt mir.

Yann hatte blutunterlaufene Augen und ich wußte, was das bedeutete. Er hatte seine Periode. Dann trank er schrecklich, er trank tagelang, und die Matrosen auf dem „Arbeiter“ wagten nicht zu sprechen. Mit einem vor unsinniger Wut geschwollenen Nacken tigerte er hin und her und suchte nach Rostflecken auf dem Deck. Er schabte, kratzte, untersuchte jeden Nagel, rasselte mit den Ankerketten und Winden, knurrend, ohne eine Wort zu reden. Er riß dem Matrosen, der mit Anstreichen beschäftigt war, wortlos den Pinsel aus der Hand und strich selbst an. Der Matrose aber nahm sich wohl in acht ein Wort zu sagen: denn dann spie dieser Vulkan Feuer und es hagelte Felsblöcke. Und immer schrecklicher trank Yann, ohnmächtig vor Wut, denn er wußte nicht warum.

In dieser Verfassung traf Yann auf dem „Kirchturm“ ein.

XXXI

Aber Yann sagte nichts.

Es wurde Abend und auch der Abend brachte uns keinen Wind. Wir trieben mit dem Strom an der Insel vorüber, nach Norden. Eine Zeitlang mußten sich die Matrosen im Nachen vorspannen und Yann und ich arbeiteten mit dem langen Ruder. Wir strichen haarscharf an den Klippen vorbei, an denen der Gischt sausend emporschoß.

„Nun, Yann, wie geht es?“

Yann sah mich scheu an. „Gut, wie sonst?“

Die Sonne sank und das Meer blinkte wie tausend Fensterscheiben. Sie glühte purpurn in einem violetten Himmel, dann wurde sie gelb und matt und der Himmel hinter ihr fahlgrau. Die blendende Straße, die von ihr bis zu uns ans Boot führte, schrumpfte zusammen, wurde kürzer und kürzer und verschwand. Die Sonne war gegangen; auf dem Stillen Ozean graute der Morgen. Hinter der dunkeln Insel schossen Lichtgarben hervor, das war Creach. Stiff leuchtete dicht vor uns, weiß, weiß, rot, immer ferner.

Die Dämmerung war weich wie blauer Rauch.