Der mousse fachte Kohlen auf einem kleinen Ofen an, und als sie glühten, legte er unsere große Krabbe mit dem Rücken darauf. Zuerst fühlte sie sich behaglich; das war eine Art Julisonne, die ihr auf den Rücken brannte, sie streckte sich wohlig aus, dann aber wurde es ihr zu heiß. Sie ruderte verzweifelt mit den Scheren und mahlte mit den Freßwerkzeugen. Die Schale bekam ein Loch, es zischte in den Kohlen, aber immer noch regte sie sich. Endlich lag sie still und das war das Zeichen, daß sie gar war.
Wir hatten Brot, einen Tiegel ranziger Butter und als Leckerbissen unsere Krabbe. Ich bekam die Scheren. Hallo! Wie das schmeckte! Auch die Butter war eigentlich nicht ranzig und mundete vorzüglich. Wir waren ausgehöhlt vom Hunger und hätten Blechbüchsen und Sägespäne verschlungen. Yann entkorkte eine Flasche und ließ sie zirkulieren.
Ich muß sagen, es war schön. Wir waren müde, satt und tranken. Sie alle saßen im Kreise, braun und wild, mit hellen Augen im Kopf, gutmütig, wie Kinder, die das Meer groß gezogen hatte, mit kräftigem, anheimelndem Lachen, L’honneur erzählte ein Erlebnis. Wie ihr Schiff zu Eis wurde, im Norden von Neufundland. Das Deck vereiste zuerst und die Reling, die Maste vereisten und lange Eiszapfen hingen von den Rahen und Tauwänden herab, das Steuer vereiste und schließlich war das ganze Schiff ein schwerfälliger Eisklumpen. Und das Treibeis kam und schloß es ein und preßte es, daß es knarrte. So trieb es langsam dahin, viele Tage lang, L’honneur hatte einen sorgfältig gehüteten Zeitungsausschnitt in der Kajüte und holte ihn. Ich mußte ihn lesen.
Dann erzählte Petitjean von seinem Patron. So erzählte er: „Der Patron, siehst du, war klein und breit. Viereckig. Er war stark und riß einen Anker mit der Hand aus dem Grund. Er wird zornig, siehst du, und sein Nacken steigt über den Kopf empor. So! Wir haben Kohle geladen. In England. Kohle? Dreck! Der Patron geht herum und spricht nicht. Gib acht! sagen wir. Der Patron sieht sich den Himmel an. Das Meer. Die Küste — da in der Ferne. Der Patron kennt jeden Stein im Meer. Mit verbundenen Augen segelt er um die Erde. Auf Ehre! Der Patron kommt übers Deck geschaukelt, eine Flasche in der Hand. Garçons, wir wollen ein Gläschen trinken. Verstehst du? Das ist das Zeichen. Wir packen unser Bündel. Morgen ist das Schiff nicht mehr über Wasser.“
„Der Patron war ein Seemann. Ein Seemann! Er segelte bei schlimmstem Wetter mit einem Taschentuch an den Stangen zwischen zwei Häusern hindurch. Auf Ehre! Der Patron war ein Künstler, ein professeur!“ sagte Petitjean und riß die Augen furchtbar weit auf.
Und wir lachten, weil er die Augen so fürchterlich aufriß.
Nun aber kam die Reihe an mich.
„He, und nun spiele etwas!“ sagte Mathieu.
Ich zog die Flöte aus der Tasche, blies den Tabak heraus und feuchtete die Lippen an.
„Was wollt ihr hören?“