Ich erstaunte immer mehr. Meine Gelenke wurden ganz schwach. „Sie hat es dir also gesagt, Yann?“
„Ja, alles. Und ich habe sie geschlagen, bei Gott, furchtbar schlug ich sie. Ich war außer mir. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte sie totgeschlagen. Aber sie gab keinen Laut von sich, deshalb hörte ich auf.“
Pause.
Eine Sternschnuppe glitt über den Himmel. Auch da draußen war nicht alles in Ordnung. Ich dachte nach. Wie sollte ich Rosseherre je verstehen? Sie hatte sich Yann ausgeliefert — nur um ihn gegen mich aufzureizen. Aus keinem andern Grund.
„Das ist alles, was ich dir sagen wollte,“ flüsterte Yann von neuem. „Du hast mich betrogen. Einer ist nun zuviel auf der Insel. Reise ab, sage ich dir!“
„Und wenn ich nicht reise?“ fragte ich nach einer Weile.
Yann schwieg. Dann lachte er leise und heiser. „Reise!“ flüsterte er. „Du bist mein Freund gewesen und deshalb sage ich dir: reise! Ich bin toll, hörst du? Reise mit dem nächsten Boot!“
Das war unsere ganze Unterredung. Ich lag und dachte lange nach, über Nacht war alles anders geworden. Ich hatte Yann verloren und wir waren doch so gute Kameraden, wie? Lebe wohl, Yann! Ob ich aber reisen würde oder nicht, das war wohl meine Sache. Da überrieselte es mich kalt. O ja, Yann war ein Bursche, dem man manches zutrauen konnte. Ich lachte leise vor mich hin. Mochte er in Gottes Namen tun, was er wollte. Er sollte sehen, wie er mit diesem Anfall von Eifersucht fertig würde — gute Nacht!
Ich schlief, tief und gesund. Gegen Mitternacht erwachte ich bei einem Pfeifen, das über mich hinging. Es donnerte fern, Blitze irrten am Horizont wie fein verzweigtes Geäder aus Feuer und beleuchteten die Ränder schwerer Wolkenmassen über uns. Das Segel knatterte wie Salven und wir trieben rasch dahin.
„Nimm dich in acht, daß du nicht über Bord gehst!“ rief Mathieu lachend. Er hatte immer noch Wache.