In einer Gasse traf ich wieder den Dorflumpen. Er hatte mir aufgelauert.

„Herr!“ flüsterte er geheimnisvoll. „Geben Sie mir doch einen Franken, ich werde Ihnen eine wichtige Mitteilung machen.“

Ich lachte. So frech, zerlumpt und schmutzig sah er aus.

„Nimm dich in acht, Schmutzfink!“ rief ich und hob den Arm. Der Dorflump nahm die Mütze in die Hand und lief was er konnte.

Zu Hause vermißte ich Poupoul. Nun erst fiel mir auf, daß ich ihn, seit wir Noels Bar verlassen hatten, nicht mehr gesehen hatte.

Ich pfiff und blickte über die Heide. Aber der rasche dunkle Knäuel tauchte nirgends auf. Poupoul streunte. Er kam den ganzen Nachmittag nicht, erst spät abends kläffte er vor der Türe. Haha, alter Vagabund! In einer elenden Verfassung kehrte Poupoul von seinen Abenteuern zurück. Er hinkte und blutete an mehreren Stellen zugleich. Seine Nase war zerschnitten und am rechten Hinterfuß hatte er eine schreckliche klaffende Wunde. Am Hals aber hing ein Stück von einem durchgebissenen Strick.

„Hoho, Poupoul, was haben sie mit dir angestellt? Haben sie dich festgebunden und du bist durch ein Fenster gesprungen?“

Poupoul winselte und sah mich beschämt an. So schlimm war es ihm noch nie ergangen.

Ich wusch seine Wunden aus, verband sie, und nun lag Poupoul auf der linken Seite, die Pfoten von sich gestreckt und zitterte an allen Gliedern. Am andern Morgen machte er einen Versuch aufzustehen. Aber er brach winselnd zusammen. Ich trug ihn vors Haus in die Sonne und stellte Wasser vor ihn hin.

„Morgen ist es schon wieder gut, Poupoul, bleibe hübsch liegen, adieu!“