„Jeanette? Die schwarze Jeanette?“
„Ja, sie hat es erzählt. Und man sagt, daß du Martina besuchst und einmal hat man dich nachts in Stiff gesehen, vor dem Hause der Witwe Bec —“
Da hatte ich es. Mein Leumund war nicht der beste.
„Hahaha, Rosseherre, Rosseherre, was die Leute doch alles zusammenlügen! Sonst hat man nichts gesagt, wie?“
Die Nebelbank war dicht vor uns. Sie kroch auf gekräuselten Rädern von Rauch über die Heide. Im Augenblick waren wir eingehüllt. Der Strick in Rosseherres Hand wurde unsichtbar und die kleinen Hammel trippelten grau und verwaschen hinter uns her. Rauch klebte in ihrer Wolle.
Plötzlich erschütterte ein furchtbarer Ton die Luft und wir erbebten. Es klang, als ob ein haushoher eherner Stier brüllte. Sein Atem riß ein Loch in den Raum, eine Röhre, durch die das Brüllen wie eine große grollende Kugel hinaus übers Meer rollte, ferne, immer ferner. Dann erhob der eherne Stier aufs neue sein Gebrüll und der Boden zitterte.
„Nun sieht uns niemand mehr, Rosseherre!“ sagte ich und küßte ihre eisige Wange, und ihre feuchten Haare kamen mir zwischen die Lippen.
Rosseherre sträubte sich nicht mehr. Aber sie lachte, als fände sie es lächerlich, daß ich sie küßte.
„Wenn dir meine Ringe gefallen, Rosseherre,“ sagte ich, „so sollst du sie haben. Komme zu mir, dann bringe ich sie dir heraus, du brauchst nicht ins Haus zu treten.“
„Weshalb aber willst du mir die Ringe schenken?“ fragte Rosseherre.