„Du liebst sie wohl sehr, Jean Louis?“

„—Hühühü!“ Der Meerkönig lachte kindisch und schlug sich auf die kurzen Schenkel. „Rosseherre! — Eines nur ist schade. Sie ist nicht ganz gesund.“

„Hat sie es auch mit der Brust zu tun?“

Der Meerkönig schüttelte den Kopf. „Nein, mein Freund, sie hat es im Kopf. Sie hat es von ihrer Mutter. Die war eine Geisterseherin. Sie geht mit dem Meer. Sie hat Zeiten, da ist sie besessen und nicht bei Sinnen. Wenn sie heute sagt, der Pilot ist in der Nacht ertrunken, so kommt er nicht zurück — nie mehr!“

Ich hielt auf die rote Boje in der Reede. „Und jetzt will Yann sie heiraten?“

„Ja! Aber ich gebe meine Einwilligung noch nicht her!“ Der Meerkönig warf sich in die Brust und tat stolz.

„Höre!“ sagte ich und sah Jean Louis in die flachen, gebleichten Augen, die wie erblindet aussahen, „ich möchte dem kleinen Kapitän einen Streich spielen, er hat mir neulich ein Weinglas an den Kopf geworfen. Ich werde dir ein neues Segel kaufen, ein funkelnagelneues Segel aus bestem Material, erstklassig, wenn du deine Einwilligung noch etwas hinausschiebst.“

Jean Louis schlug sofort ein. Er wollte noch so lange warten als ich bestimmte.

„Gut, ich komme morgen zu dir und wir gehen zusammen zu Noel um die Leinwand zu kaufen. Wir können dann auch gleich die Kerze aussuchen.“

Hier aber lachte Jean Louis verschmitzt.