„Ja, es ist deines!“

Da heulte Poupoul kurz und heiß. Ich klopfte ihm den Pelz. „Komm!“ Wir gingen. Wir suchten eine Möwenfeder für meine Pfeife und strichen durch die Klippen. „Gott gebe, Poupoul, daß wir eine passende Feder finden!“ Die Welle klopfte. Ich sah sie an und sagte: „Und was willst du?“ Zuweilen redete ich mit den Sandkörnern, die über die Heide rollten; denn ich konnte nicht immer nur mit Poupoul reden. Auch mit den schwarzen Hammeln sprach ich, die da und dort angepflöckt waren und darauf warteten, daß ein Grashalm wuchs. Ich begrüßte sie und machte ihnen meinen Standpunkt klar.

„Daß Ihre Herren Väter Hammel waren, mit Ihrer Erlaubnis,“ sagte ich, „ist keine Schande! Nein, deswegen vertragen wir uns recht gut. Aber, daß Ihre Abkömmlinge noch in Millionen von Jahren nichts als Hammel sein werden, das macht Sie verächtlich. Sie haben sich in eine Sackgasse verrannt, Ihr Zustand flößt mir Mitleid ein. Ich bitte um Verzeihung, meine Herren!“ Ich grüßte und ging. Die Hammel sahen mir frierend und zitternd nach.

Wir hatten die Feder gefunden und gingen wieder nach Hause. Horch! Ringsum mahlte es wie tausend Wasserfälle — die große Lunge atmete. Die Möwe war unterwegs, die Meerschwalbe läutete.

Trii! — Trii! —

Döi! Döi! Gullugullugullu — döi!

Der Wind fegte und ich mußte mich an den Steinen in der Heide festhalten.

Wenn aber die Sonne schien und ich bei guter Laune war, so setzte ich mich in die Klippen und zog meine kleine Flöte aus der Tasche. Ich hatte sie bei Noel gekauft, um mir die Zeit damit zu vertreiben, sie kostete zehn Sou, besaß aber einen wundervollen Ton. Nun, ich spielte nicht für euch, keine Angst, ich spielte für die kleine Welle zu meinen Füßen, für die Fische im Meer, für den Dampfer in der Ferne, für Poupoul und mich.

Ja, herrlich klang es! Wunderbar klar hallte die Flöte in den Klippen wider. Poupoul zuckte mit den Ohren und sah mich voller Bewunderung an.

IV