XXI
Die Glocken begannen im Nebel zu bellen wie kleine Hunde, die im Schlafe gestört wurden.
Das Dorf schlief noch. Aber da und dort rührte es sich schon, Holzschuhe klapperten, Fenster erhellten sich, Stimmen kamen aus dem Nebel. Am Hafen unten schloß der Maire den Schuppen auf, in dem sich das Rettungsboot befand. Der Nebel war so dicht, daß man keinen Menschen sah, bevor man ihn anrannte, und wenn man mit jemand sprach, so zerfloß sein Gesicht in Schleiern.
Zurufe, Flüche, Durcheinander. Ein Seil schleifte am Boden und unsichtbare Hände zogen es straff. Ich griff zwischen ein paar Fäuste hinein und zog an. Räder knarrten und das Rettungsboot erschien gespensterhaft hoch und lang auf dem Wagen. Schatten warfen sich in die Radspeichen und eine Kette von Schatten hielt den Wagen hinten am Seil fest, damit er nicht zu rasch den Steig hinabrollte. Wie ein schwerfälliges, hundertfüßiges Ungeheuer aus der Vorzeit bewegte sich das Boot zum Meer hinab und die Welle spritzte gegen seinen Bauch.
„Vorwärts!“ schrie ich. Da draußen warteten sie —
„Wir müssen warten, bis es Tag wird! Man sieht ja nicht die Hand vor den Augen!“
„Wo ist Kedril? He, Kedril, Pilot, dein Tag ist gekommen. Das ist eine Arbeit für dich. Ich zeige dir, wo der Dampfer liegt.“
„Mein Freund,“ antwortete Kedril, „nicht für tausend Franken könnte ich das Boot hinausbringen. Bei diesem Meer! Wir müssen auf die Ebbe warten.“
„Wenn du es auch sagst, Kedril!“ Ich war entmutigt, ich ging.
Im Dorf rannte ich gegen Noel, der sich ganz in geöltes Leder verpackt hatte und ein Fernrohr in der Hand trug.