„Nein!“ Das Fenster flog wütend zu.
Herr Herbst lüftete den Zylinder, obwohl ihm der Portier die weißen Haarsträhnen zudrehte, und ging. Nach einer Weile kehrte er zurück und legte, ohne ein Wort zu sagen, eine Zigarre auf das Gesims des kleinen Fensters. —
In der Tat, das häßliche rote Amtsgebäude mit seinen öden Korridoren lag heute noch stiller als sonst, totenstill.
Schweigen, Flüstern, halblaut geführte Telephongespräche. Die Türen waren Samt. Die Ordonnanzen und Drillichkittel schlichen auf den Zehenspitzen über die Korridore, jemand nieste, und sofort fuhr ein Kopf drohend aus der Türe. Die Offiziere, die zusammengedrängt an ihren Schreibtischen arbeiteten, wagten nicht aufzublicken. Jeden Augenblick konnte das graue Steingesicht im Türrahmen erscheinen. Major Wolff paffte eine dicke Zigarre und vergrub den Kopf in die Akten. Es war Windstärke 12, ohne jede Übertreibung.
„Hat er den Abschied bekommen, Weißbach?“
„Meine Herren —!“
„Oder die schöne Dora —?“
„Ich bitte doch dringend!“
Der Adjutant war vom Chef zurückgekommen und hatte nur beschwörend die Hand gehoben. „Windstärke 12.“ Damit pflegte er einen bestimmten Zustand zu bezeichnen. Weiß Gott, wie er als Artillerist zu diesem Ausdruck kam.
„Aber erklären Sie doch!“