„Ich lebe, obschon ich alt bin, und er, jung, kaum neunzehn — ist tot. Ich gehe hier — und er, liegt unter der Erde. In unbekanntem Land, vielleicht nicht einmal eingesegnet, vielleicht nicht einmal ordentlich begraben. Ohne Ruhe —!“

„Ohne Ruhe —“

Plötzlich aber schrak Herr Herbst zusammen. Sein Herz blieb stehen. Voller Schrecken, voller Verwirrung schlug er die Hände vors Gesicht.

Die Marspfeife der Limousine trillerte. Er kannte sie ganz genau.

6

Das Antlitz noch immer umwölkt, stieg der General aus dem Wagen. Noch immer war die Ziegelröte nicht völlig verflogen. —

Auch dieser Brief — er lag noch in demselben grüngebundenen Buch — auch dieser Brief gab keinen Aufschluß. Er bestärkte wohl gewisse Vermutungen, lüftete aber nicht den Schleier. Dieser Brief lautete:

„Geliebte Ruth! Frevelhaft erscheint es, in dieser entsetzlichen Verfinsterung an das persönliche Glück zu denken. Immerhin, ich unterliege der Versuchung.

Das Gebäude der menschlichen Glückseligkeit, Werk und Vermächtnis der Edelsten, Kühnsten, Reinsten aller Völker, der Seher und Weisen, es scheint in seinen Grundmauern erschüttert.

Verzweiflung erfaßt uns, Dich, mich, alle, die wir an die Sendung der Menschen glauben.