Er saß mit seinem Adjutanten Kammerer in seinem Unterstand, zwei Meter unter der Erde, mitten in den Finsternissen des Argonner Waldes. Eine kleine Petroleumlampe, ein eiserner Ofen, der immer glühte, ein Telephon, zwei Pritschen und allerlei Gerümpel, das war die Ausstattung. Die Wände schwitzten von Nässe. Kammerer war eifrig damit beschäftigt, seine kurze Stummelpfeife zu reinigen. Er bediente sich einer Krähenfeder, die er — da draußen — gefunden hatte. Dönhoff, der Batteriechef, tat gar nichts, er gähnte zuweilen, gähnte. Er war nicht schläfrig, sondern nur müde, immerzu müde.

In der Ferne brummte ein schweres Geschütz. Ganz deutlich war sein tiefes mächtiges Raubtierknurren aus dem Lärm, dem Knacken und Donnern der fernen und nahen Geschütze herauszuhören.

Hauptmann Dönhoff hob horchend das gelbe Gesicht.

„Hören Sie? Da ist er wieder!“

Der junge Offizier blickte nicht auf, er war voller Andacht bei der Arbeit.

„Er schießt jetzt wieder öfter mit dem schweren Geschütz“, erwiderte er leichthin. „Sie haben mehr Munition.“

Die Erde zitterte, und ein lautes Krachen ertönte, Hauptmann Dönhoff lachte belustigt. „Da, da,“ sagte er, „er streut jetzt unsere Kuppe ab.“

Kammerer antwortete hierauf nichts mehr. Er blies voller Anstrengung in das verstopfte Pfeifenrohr. Der braune Tabaksaft quoll heraus, aber, der Teufel, immer noch mußte etwas im Rohr stecken.

„Sie sollten einen Draht nehmen, Kammerer.“

„Es muß auch so gehen —“