Jakob übergab eine Karte.
„In dringender Angelegenheit. Herr General sind unterrichtet —“
Ein völlig unbekannter Name — Rentier. Unterrichtet? Wahrscheinlich der Hausverwalter; das Badezimmer sollte neu gerichtet werden.
Immer noch etwas verwirrt, ließ der General bitten — zu Jakobs maßlosem Erstaunen.
Der General wartete, aber nichts regte sich. Schon in dieser Verzögerung witterte er etwas Ungewöhnliches. Jeder Mann von Erziehung mußte längst eingetreten sein. (Diese Verzögerung entstand dadurch, daß Herr Herbst sich im letzten Augenblick umständlich die Nase putzte.) Übrigens — hieß dieser Hausverwalter nicht anders?
Plötzlich aber verdunkelte ein Schatten die Türe — und im gleichen Moment erbleichte der General . . .
Augenblicklich hatte er dieses Gesicht wiedererkannt!
Jenes Gesicht, das an Doras Geburtstag durch die Scheibe des Foyers spähte — nein, nicht jenes, sondern das andere, das er erblickt hatte, als er am Schreibtisch eingenickt war, als es so eigentümlich an die Scheiben pickte — das Drohung und Kälte ausstrahlte . . . Augenblicklich erinnerte er sich an alles. Es war ja erst vor wenigen Tagen.
Scheu und blaß stand das Gesicht in der Türe, und ganz langsam und zögernd kam es näher. Nicht Drohung, nicht Kälte — Angst, Hilflosigkeit, Verwirrung.
Das Blut kehrte in das Gesicht des Generals zurück. Die leichte Lähmung wich aus seinen Händen.