„Mein Sohn Robert, Euer Exzellenz!“ Prächtig ging es nun. Röte huschte über das bleiche, kleine Gesicht. Der Sessel hörte auf zu schwanken, die Gestalt des Generals nahm natürliche Maße an.

„Er ist —?“

„Gefallen. Am 5. August.“

„Fünften, sagten Sie?“

„Fünften, Euer Exzellenz. Beim Sturmangriff auf Quatre vents. Am vierten hatte bereits ein Jägerbataillon gestürmt, vergeblich, am fünften . . . da fiel er.“

Der General ließ den Blick rügend auf Herrn Herbst ruhen. Dieses leicht kritische „vergeblich“, wahrscheinlich ohne besondere Absicht geäußert, mißfiel ihm.

„Er fiel für Kaiser und Reich!“ sagte er mit etwas salbungsvoller, tieftönender Stimme.

Die kleinen entzündeten Augen blinkten. Herr Herbst leckte sich die schmalen Lippen, und ein paar gelbe Zahnstumpen wurden sichtbar. Einen Augenblick schien es, als ob sein Gesicht sich zu einer Grimasse von satanischem Hohn verzerren wolle.

„Wie Tausende und Hunderttausende, wie Millionen —!“ fuhr der General fort, und seine Stimme hob sich.

Wieder verzerrte sich das kleine fahle Gesicht, dann aber zog er das Taschentuch heraus und preßte es an die Augen. Der Schmerz überfiel ihn. Er wimmerte leise.