Wie die Rasenden bekämpften einander die beiden Generale, die fünfzehn bis zwanzig Kilometer hinter dem Teufelsberg, umgeben von Stabsoffizieren, Telephonapparaten, Ordonnanzen, Köchen und bombensicheren Unterständen in ihren Schlössern hausten.

Frankreich erwartet, daß ihr die Trikolore auf der Höhe aufpflanzt!

Die Höhe ist und bleibt in deutscher Hand! Nur über unsere Leichen, Kameraden . . . Ja, Kameraden pflegte der General seine Soldaten in derartigen Befehlen zu nennen. Von Zeit zu Zeit verteilte er mit feierlichen Ansprachen Eiserne Kreuze.

Schließlich glaubten die Soldaten auf beiden Seiten tatsächlich, daß sie um den Angelpunkt der Westfront rangen.

Auf diese Weise entstand der zwölfstöckige Friedhof von Quatre vents. —

Herr Herbst keuchte. Seine entzündeten Augen füllten sich mit Tränen. Zuerst verschwand der kleine Erdgang, dann die Baumstrunke, dann die wilden erstarrten Schmutzwogen — aber das schreckliche Bild hatte sich für immer in seine Seele eingegraben. Um ein Haar wäre eine Träne auf die kostbare Aufnahme, die der General sich einrahmen lassen wollte — er kam bis jetzt nur noch nicht dazu — eine Träne getropft, aber der General hatte das Bild noch rechtzeitig fortgenommen.

Hier also — vielleicht war er durch diesen schmalen Erdgang geschritten —? War es möglich, daß er zwischen diesen fürchterlichen Erdwogen um sein Leben kämpfte? War es möglich, daß zwischen diesen Erdwogen, diesen schrecklichen, sein Todesschrei verhallte? Wie? Wie? Wie?

War es möglich, daß ein Mensch geboren wurde, um hier zu enden?

Herr Herbst zitterte vor Entsetzen. Allein das Bild dieser Höhe erfüllte ihn mit schrecklichem Grauen.

Er taumelte und rang nach Luft.