„Hier also —?“ stammelte er.
„Es waren sehr schwere Kämpfe!“ sagte der General beruhigend.
„Und — sein Grab, hier —?“ Die Augen Herbsts waren plötzlich starr und entgeistert auf den General gerichtet.
„Wie beliebt?“
„Aber — vielleicht — ist er gar nicht begraben worden?“ schrie er mit schriller Stimme und rang verzweifelt die Hände. Ja, nun verstand er alles . . .
Alles!
Wie sollte ein Toter Ruhe finden zwischen diesen entsetzlichen Wogenbergen? Wie sollte —!
Der General runzelte die Stirn. Aus purem Mitleid hatte er sich mit diesem alten Mann abgegeben. Nur um überhaupt ein Gesprächsthema zu schaffen, hatte er ihm die Photographie gezeigt. Die Stätte, wo sein Sohn gekämpft hatte, konnte wohl sein Interesse finden. So unerhört es war, daß ein ixbeliebiger Beamter aus der Provinz, ohne viele Umstände seine Karte bei ihm abgab, zu ungewöhnlicher Stunde, in einem geradezu skandalösen Anzug, hatte er doch den Umständen eine Konzession gemacht und Nachsicht geübt. Nun aber sah er sich veranlaßt, sich wegen seines allzu großen Entgegenkommens Vorwürfe zu machen.
Der Gesichtsausdruck des kleinen alten Mannes erschreckte ihn. Es war ja nicht unmöglich, daß dieser merkwürdige, völlig unberechenbare alte Mann —
Erschreckend ähnlich war sein Gesicht dem Traumgesicht geworden, das durch die Scheiben starrte, als es pickte . . .