Schon aber trat ihm der General mit breiter Brust entgegen. „Hinaus!“ rief er. „Hinaus — augenblicklich — oder —!“
Plötzlich, ganz unvermutet, war der kleine alte Mann in die Knie gesunken und hatte die Hand des Generals ergriffen, alles in einer Sekunde.
„Verzeihung, Exzellenz!“ stammelte er. „Verzeihung — ich — ich bin —“
„Ich bin — betrunken . . .“
Ja, in dieser Sekunde fühlte er, daß er betrunken war. Sonst empfand er nichts mehr. Es war ihm klar, der Rausch war zum Durchbruch gekommen, plötzlich, der Alkohol, sein Teufel, hatte ihm ein Bein gestellt. Er wollte all das gar nicht sagen, wollte — ja, was wollte er eigentlich — aber er hatte nie und nimmer beabsichtigt, so etwas zu sagen. Wie konnte er, er machte Besuch —
Der General aber begriff in diesem Augenblick etwas ganz anderes. Dieser alte Mann war vielleicht betrunken, möglich, aber er war etwas ganz anderes — er war geistesgestört. Einen Geistesgestörten hatte er vor sich! Alles erklärte sich nun, der Brief, der ungewöhnliche Besuch, sein Gebaren. Ein bedauerlicher Geistesgestörter, das war dieser alte Mann. Es würde sich nunmehr darum handeln, ihn möglichst rasch und, ohne Aufsehen zu erregen, loszuwerden.
„Sie sind erregt — begreiflicherweise — stehen Sie auf —“ sagte er, um seinen unheimlichen Gast zu besänftigen.
„Erst wenn Sie verzeihen“, rief Herr Herbst, während die Tränen aus seinen Augen sprangen.
„Ich verzeihe Ihnen, natürlich —“
Sofort erhob sich der alte Mann.