„Es ist ja begreiflich, daß Sie erregt sind“, fuhr der General fort. „Wir haben alle in diesen Jahren Schreckliches erlebt. Aber ich muß jetzt bitten, ich habe dringend zu arbeiten . . .“

„Bitte zu entschuldigen . . .“

Anscheinend völlig beruhigt nahm Herr Herbst den Zylinder in die Hand. „Ich bitte zu entschuldigen, Euer Exzellenz — die Störung.“

Aber er blieb an der Türe stehen, hob das noch von Tränen glänzende Gesicht, und wieder nahmen seine entzündeten Augen einen eigentümlichen Ausdruck an. Wieder begannen sie zu glitzern.

Jedenfalls — — er blieb stehen — obschon ihn der General mit einer kleinen stummen Verbeugung entlassen hatte. Der Ausdruck seiner Augen war unerklärlich. Spott lag darin — oder — war es nicht Spott?

Er wartete auf irgend etwas.

Der General, der schon die Absicht ausdrückte, sich am Schreibtisch niederzulassen, wandte den Kopf. Offenbar, dieser Mann hatte noch etwas auf dem Herzen, und er würde nicht gehen, bevor er von dieser Last befreit war.

Plötzlich erriet der General. Diese geheimnisvollen Andeutungen in seinem Brief! Diese anfangs völlig unverständliche Anspielung, die plötzlich einen gewissen Sinn zu bekommen schien. Es war ja sogar möglich, daß dieser Geisteskranke tatsächlich im Besitz eines Geheimnisses war.

„Sie wollten mir —“ begann der General erneut, etwas betreten, indem er sich voll gegen Herrn Herbst wandte — „Sie schrieben seinerzeit etwas von meiner Tochter — irgend etwas, ich erinnere mich nicht mehr —?“ Der General stockte.

„Das gnädige Fräulein —?“ Es war der gleiche Ausdruck, den er in seinem Brief anwandte.