„Große Fähigkeiten, ohne Zweifel“, sagte er vor sich hin, indem er sich im Polster zurechtrückte. „Aber weshalb schreien diese Militärs alle so? Er hat mich fast taub geschrien.“

Und er schlief augenblicklich ein, während die Limousine lautlos durch die Finsternis schlich.

6

Kaum hatte der hohe Würdenträger die rote Backsteinvilla verlassen, so brauste der Lärm erneut auf. Die hochstehende Persönlichkeit da oben, mit dem General zur Seite, hatte die Ausgelassenheit etwas beeinflußt. Es war peinlich für viele, zu denken, daß ein so hoher Würdenträger sie bei ihren Albernheiten belausche. Schon der General störte, er störte, ohne es zu wissen, und man wünschte, daß er möglichst bald verschwinde.

Es kam auch die neue Kapelle. Zigeuner, die bis dahin in einer Bar gespielt hatten. Es war die beste Kapelle von Berlin, und augenblicklich fühlten es alle Tänzer.

Plötzlich aber ertönte laut und dröhnend ein Gong, und gleich darauf wurde es, bis auf wenige Kerzen, dunkel. Eine kleine, helle Bühne mit einem phosphorgrünen, dunstigen Vorhang im Hintergrund leuchtete. Der Vorhang teilte sich. Eine Hand erschien, ein nackter Arm, eine elfenbeinerne, glänzende Schulter. Eine schlanke Tänzerin trat aus dem Vorhang.

Alle Turbane, Perlenschnüre und Federbüsche sanken plötzlich zur Erde nieder.

Die Tänzerin war ein wunderbares Geschöpf mit einem herrlichen Körper und jungen, kleinen Brüsten. Sie war vollkommen nackt, nur um die Hüften trug sie eine Kette aus blauen Steinen und einen kleinen Schleier, eine Hand breit.

Mit jedem Schritt löste sie sich mehr vom Dunkel los, ganz allmählich tauchte ihr Körper in das Licht. Zuerst nur eine Ahnung von Fleisch und Herrlichkeit, wurde er langsam verwirrende Wirklichkeit.

Wie eine Somnambule schritt die Tänzerin vorwärts, die Augen visionär in die Ferne gerichtet. Sie hatte die Hände, zierliche, transparente Finger, an ihre beiden jungen Brüste gelegt. Nun stand sie still, ohne jede Regung. Dann — bei einer bestimmten musikalischen Phrase — hob sie langsam den linken Fuß und begann sich in der Hüfte zu drehen.