„Leben Sie wohl, Otto — auf gesunde Wiederkehr!“ sagte sie, und ihre Grübchen schimmerten. —
„Ich hatte noch gar nicht Gelegenheit, Gräfin — mich nach dem Befinden Seiner Exzellenz zu erkundigen — ich darf doch hoffen, daß Seine Exzellenz —“ Die Stimme des Generals sank zu einem ehrfurchtsvollen Raunen herab.
„Seine Exzellenz waren vor kurzem in ernster Lebensgefahr. Der Hofzug, wissen Sie — und ein feindlicher Flieger — eine Bombe — aber Gott sei Dank passierte nichts. Die Bombe traf, leider, einen Lazarettzug — die Armen —.“ Die Gräfin aber hatte alles gefühlt. Zur selben Stunde erwachte sie, im Traum erschreckt durch einen Feuerschein. So geheimnisvoll innig war die Verbindung zwischen ihr und ihrem Bruder.
Das Gesicht des Generals zeigte äußerste Bestürzung.
„Ist es möglich — eine Bombe — und man erfährt es jetzt erst —? Wann?“
„Vor etwa zehn Tagen.“
„Vor zehn Tagen! Und man — haben Sie gehört, Dora?“
Der General konnte es gar nicht fassen.
4
Die beiden jungen Offiziere eilten mit raschen Schritten die nasse dunkele Straße entlang. Beide waren verabredet, mit den Schwestern Klara und Hedi Westphal, die zu Doras Kreis gehörten. Übrigens wußte keiner von des andern Rendezvous. Das ganz nebenbei.