„Ja, hier bin ich!“ erwiderte Hedi mit einem sonderbaren, leisen Auflachen. Sie war sehr blaß, und ihre Augen flackerten unstet.

„Wo warst du eigentlich?“ fragte Klara, während sie neugierig und überrascht die Schwester beobachtete.

„Ich?“ Wieder lachte Hedi leise und heiter. „Du hast ja nicht gewartet. Bei Ströbel. Alle haben wir bei Ströbel Kaffee getrunken. Herrlichen Kaffee, Weißbrot, sogar Sahne!“

„Ströbel? Wer ist Ströbel?“

„Er besitzt eine Motorenfabrik und hat im Kriege Millionen verdient.“

„So, und da also —?“

„Und weißt du, wer den Kaffee gekocht hat?“ fragte Hedi lachend. „Ich, zusammen mit Ströbel. Denn Ströbel hat keine Dienstboten im Hause, obschon er so reich ist — um ungestört zu sein. Ja, also wir zwei haben den Kaffee gebraut — und das Wasser wollte gar nicht kochen, hahaha! — aber niemand fiel es auf.“

„Was fiel niemand auf?“

Hier brach Hedi in lautes Gelächter aus. „Was sagte ich? Nun — niemand fiel es auf, daß es so lange dauerte, bis der Kaffee fertig wurde. Es war einfach schnurrig! Die ganze Gesellschaft trank Kognak aus Kaffeetassen. Wir haben alle Bruderschaft getrunken!“

Hedi lachte, erzählte, summte, tänzelte, während sie abwechselnd durch Dämmerung und grelles Licht glitt. Bald flammte ihr Auge auf, bald ihr weizengelbes Haar, bald ihre bleiche Haut. Plötzlich stieß sie ein Glas vom Tisch, aber auch darüber mußte sie nur lachen.