Er versicherte heilig seine Friedensgeneigtheit, ja, jeden Tag würde er Frieden schließen, aber natürlich, er bittet, nicht mißverstanden zu werden — er war entschlossen, fürchterlich entschlossen . . .

Und er schwingt die kleine hilflose Greisenfaust durch die Luft. So entschlossen war er.

Ja, entschlossen . . .

Der General setzte den Kneifer auf und warf den Kopf in die Höhe. Vor ihm glänzte die bedeutsame Glatze eines Admirals, neben ihm schimmerte nichtssagend das dünne gebürstete Haar eines Diplomaten.

Die Tribünen gegenüber lagen im Halbschatten. Kopf an Kopf, eine gesichtähnliche Nichtigkeit neben der anderen. Und doch . . . Er fühlte sich unbehaglich — früher war er ähnlichen Einflüssen überhaupt nicht zugänglich gewesen, indessen der Krieg — die Überarbeitung . . .

Da!

Ein glänzendes, bleiches Gesicht unter all den matten Nichtigkeiten, und ein paar Augen voller Schrecken und Entsetzen auf ihn gerichtet. Vielleicht nicht auf ihn, eigentlich mehr auf den kleinen Greis, dessen Kinnlade sich ruckartig bewegte. Der General hatte das Gesicht schon irgendwo gesehen, vermochte sich indessen im Moment nicht zu entsinnen. Es war nicht Schrecken, es war Grauen, das von dem glänzenden, bleichen Gesicht mit den schwarzen rasenden Augen ausging. Dieses Grauen lähmte die Zunge des sprechenden Greises, lähmte seine Bewegungen. Sein erhobener Arm sank plötzlich herab, er schöpfte Atem, hastig, seine schmalen Schultern schoben sich in die Höhe — er beugte sich tiefer über das Manuskript und stotterte.

Das bleiche phosphoreszierende Gesicht aber wuchs in die Höhe — schon fiel es allenthalben auf. Der Diplomat mit den dünnen, säuberlich gebürsteten Haaren blinzelte beunruhigt und runzelte die Stirn.

Die dünne feierliche Stimme des Greises erschallte wieder.

Die kleine eigensinnige Greisenfaust schlägt auf den Tisch, und eigensinnig wiederholt die tonlose und feine Stimme Ja und Nein, Niemals und Sofort. Nun sind es keine Worte mehr, nun sind es nur noch Laute, nur noch Luftwellen . . .